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Hasborner Tierschützerin will wilde Kater kastrieren

Tholey/Marpingen. Carmen Braun ist Tierschützerin aus Überzeugung. Mit ihren Mitstreitern setzt sich die Vorsitzende der Tieroase Thoma (dieser Name steht für Tholey/Marpingen) ehrenamtlich für das Wohl von Tieren ein. „Die Arbeit ist ein Vollzeitjob“, erklärt sie. Ohne viel Idealismus geht das nicht“, berichtet die 54-Jährige. Die Tierschützer nehmen unter anderem ausgesetzte Haustiere auf, kümmern sich um deren Pflege. Ein Thema liegt Braun besonders am Herzen: der Kampf gegen die unkontrollierte Vermehrung verwilderter Hauskatzen. Ein Problem, das immer akuter werde. „Viele berichten im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft über Straßenhunde in der Ukraine. Doch nur wenige wissen, dass wir hier ein ähnliches Problem mit Katzen haben.

Die Population wächst und wächst und kann zu einer richtigen Plage werden“, erklärt die Hasbornerin, die sich seit einigen Jahren dafür einsetzt, dass freilaufende Tiere kastriert werden. Nur so sei das Problem in den Griff zu bekommen. Dabei geht es Braun in erster Linie darum, die Vierbeiner vor Krankheiten zu schützen. Unter den ungeimpften Wildkatzen grassieren unter anderem die tödliche Leukose (Katzenseuche) oder der FI-Virus (auch als Katzen-Aids bekannt). „Im Moment versuchen wir gerade, sieben freilaufende Katzen in Marpingen einzufangen und zu kastrieren“, sagt Braun. „Da Katzen zwei Mal im Jahr drei bis fünf Junge bekommen und diese sich genauso weitervermehren, kann man sich vorstellen, wo das hinführt.“ Spätestens Mitte Mai sei es wieder so weit. „Dann beginnt die Katzenschwemme, und wir bekommen zahllose Anrufe von Anwohnern, die sich von den streunenden Tieren gestört fühlen.“ Hier greifen die Mitarbeiter der Tieroase ein. Mit Futterfallen fangen sie die Tiere, um sie dann zum Tierarzt zu bringen. Aktionen, die viel Geld kosten.

Mit rund 100 Euro schlägt zum Beispiel eine Kastration zu Buche. Viel Geld für einen Verein, der sich fast ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. „Wir werden zwar von den Gemeinden unterstützt, aber von der Marpinger Verwaltung bekommen wir nur 500 Euro im Jahr. Das ist weit weniger, als wir brauchen“, kritisiert Braun. Nach Angaben der Vorsitzenden wurden allein im vergangenen Jahr 29 Katzen kastriert und 30 Katzenwelpen tierärztlich versorgt. Marpingens Bürgermeister Werner Laub sieht die Gemeinde hier nicht in der Pflicht: „Unsere Aufgaben für den Tierschutz sind gesetzlich genau definiert. Die Kastration von Katzen gehört nicht dazu.“

Die Tierschutzvereine würden zudem vom Land unterstützt und gefördert. Dass es von der Gemeinde noch 500 Euro zusätzlich gibt, bezeichnet Laub in Zeiten leerer Kassen als „noble Geste des Gemeinderates“. Für die Tierschützer ist nach der ärztlichen Versorgung der Vierbeiner die Arbeit noch nicht zu Ende. Der schwierigste Teil ihrer Arbeit kommt noch: Während bereits verwilderte Tiere wieder freigelassen werden, da sie nicht mehr zu zähmen sind, müssen die Katzenwelpen an Menschen gewöhnt und vermittelt werden. „Und das muss recht schnell geschehen, weil wir immer wieder Pflegestellen für Neuankömmlinge brauchen.“ Und jedes vermittelte Tier ist für die engagierte Tierschützerin ein Erfolg. Denn Sätze wie: „Ungewollte Jungtiere ertränken wir in Kaffeedosen“, habe sie zu oft hören müssen.
© WhatsBroadcast
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