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Hausherr verhindert Rattenbekämpfung

Sulzbach. Kurz nach 10 Uhr in einer Straße im Sulzbacher Oberdorf. Es ist nass und kalt, als sie gemeinsam anrücken: zwei Polizeibeamte, zwei Männer von der Ortspolizeibehörde, ein Vertreter des Gesundheitsamtes und zwei Herren, die sich mit Schädlingsbekämpfung bestens auskennen. Die Polizisten steuern eines der Häuser an und klingeln. Nichts. Sie pochen mehrmals an die Haustür. Nichts. Doch plötzlich lässt sich der Hauseigentümer am Seiteneingang, der zum Hof führt, blicken. An der vermeintlich „frischen Luft“ schlägt den uniformierten Beamten an dieser Örtlichkeit ein Geruch mit Würgereiz- Garantie entgegen.

Die Ordnungshüter erklären dem Mann, dass die hier erschienenen Leute sein Grundstück betreten möchten, weil nun die Bekämpfung der Rattenplage anstehe. „Ihr komme hier nit rinn“, sagt der Mann erbost, winkt heftig ab und verschwindet nach kurzem Wortwechsel wieder im Kellergeschoss. Wie berichtet, hatten sich Anwohner bei der SZ massiv beschwert, weil sie sich seit Jahren vor den Tieren fürchten und den Aufenthalt in ihren Gärten meiden. Es sind viele Vierbeiner, die das von Sperrmüll übersäte Gelände bevölkern (SZ vom 20. April). Letztlich war es die Stadt Sulzbach, die Gegenmaßnahmen einleitete. Allerdings bissen die Einsatzkräfte an diesem Dienstagmorgen auf Granit. Sie müssen wiederkommen – mit einem richterlichen Beschluss.

Und dann wird der Widerwille des allein lebenden Hausherren keine Rolle mehr spielen. Stephan Martini, staatlich geprüfter Desinfektor und Schädlingsbekämpfer, haut offenbar nichts mehr um. Seit knapp 20 Jahren entfernt er Tiere, die kaum jemand in seinem Umfeld haben will. Von einem Nachbargrundstück hat er Einblick auf sein baldiges Betätigungsfeld. Ganz gelassen steht er da und erläutert die Maßnahmen, die man in einem solchen Fall in Angriff nimmt. Boxen mit einem speziellen Rattengift werden aufgestellt. Dort gehen die Viecher eins nach dem anderen rein. Und verenden erst nach zwei, drei Tagen.

Damit trickst man die Intelligenz der Ratten aus, die allesamt gewarnt wären, wenn direkt nach Genuss vergifteten Futters der erste „Kollege“ tot zusammenbrechen würde. „Da muss ich schon zweimal hin“, sagt Stephan Martini, um die „Befallstilgung“, also die Ausrottung hinzukriegen. Im Übrigen müssten auch die Unterschlupfmöglichkeiten beseitigt werden. Das ist im vorliegenden Fall der viele Sperrmüll, unter dem die Vierbeiner sich häuslich eingerichtet haben.
© WhatsBroadcast
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