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Heizkosten: Saar-Umweltministerin will Saarländer zum Energie sparen animieren

Umweltministerin Simone Peter (Grüne) will die Anreize für Bürger vergrößern, Energie zu sparen und auf möglichst umweltfreundliche Energieformen zu setzen.

Umweltministerin Simone Peter (Grüne) will die Anreize für Bürger vergrößern, Energie zu sparen und auf möglichst umweltfreundliche Energieformen zu setzen.

Saarbrücken. Umweltministerin Simone Peter (Grüne) will die Anreize für Bürger vergrößern, Energie zu sparen und auf möglichst umweltfreundliche Energieformen zu setzen. Deshalb tritt sie im August mit allen saarländischen Bürgermeistern in einen Dialog. Sie will mit ihnen ein neues Konzept entwickeln. Es soll in allen Kommunen eine Energieberatung auf gleichem Niveau garantieren. Also jedem Saarländer unabhängig von seinem Wohnort die neuesten Möglichkeiten für Energieeinsparung und staatliche Finanzhilfe aufzeigen. „Wir wollen moderne Energiekonzepte in den Kommunen etablieren und sie gemeinsam mit den Bürgern diskutieren“, sagte Peter gestern beim „Landespolitischen Frühstück“ auf Einladung des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte.

Gemeinde an Einnahmen von Windrädern beteiligen

So glaubt Peter beispielsweise auch an eine höhere Akzeptanz von Windrädern, wenn man die jeweilige Gemeinde an den Einnahmen beteiligt und diese zweckgebunden verwendet. Etwa für den Bau oder Ausbau von Kindergärten. Der rasche Ausbau erneuerbarer Energien müsse das Ziel aller Saarländer sein. Das spare insgesamt Energie, schone den Geldbeutel und verringere den Ausstoß von CO2 beträchtlich. Immer noch setzten rund ein Drittel aller Saar-Haushalte auf Heizöl. 115000 heizten mit Öl, rund 120000 mit Gas. Viele dieser Heizungen seien jedoch längst veraltet. Mit der Folge so hoher Heizkosten, die inzwischen fast einer zweiten Miete entsprechen.

Bernd Schilly betonte als stellvertretender Vorsitzender des Verbandes für Energiehandel Südwest, man unterstütze auch vom Verband her die Kombination aus Öl und regenerativen Energien in Privathaushalten. Allerdings müsse für den Verbraucher alles bezahlbar bleiben. Man dürfe ihm nicht einfach sagen, das System Ölheizung sei veraltet und gehöre in die Schmuddelecke. Alleine schon die Erneuerung von Heizungsanlagen spare viel Geld und vermindere den Schadstoff-Ausstoß.

9400 Heizungsanlagen in Wohnhäusern an der Saar älter als 32 Jahre

Harald Becken, Landesinnungsmeister der Schornsteinfegerinnung für das Saarland, brachte alarmierende Zahlen ins Spiel. 9400 Heizungsanlagen in Wohnhäusern an der Saar seien älter als 32 Jahre, 7800 zwischen 28 und 31 Jahre, 30000 zwischen 22 und 27 Jahre sowie 92000 zwischen 13 und 21 Jahre alt. Spätestens bei der Veräußerung von Häusern sinke der Verkaufspreis meist gewaltig als Folge unterlassener Sanierungs- und Modernisierungs-Maßnahmen.

Hier sieht auch Ralph Schmidt, Geschäftsführer der Arge Solar, großen Informationsbedarf. Neben der Heizungserneuerung gehe es auch um Maßnahmen zur Dämmung der Wände. Die Kosten für eine Sanierung alter Heizungsanlagen in Verbindung mit Gebäudemodernisierung könnten schnell 50000 bis 100000 Euro erreichen.

Martin Weisgerber, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes des Saarländischen Handwerks, fordert daher die Verlässlichkeit staatlicher Finanzierungshilfen. Die sei nicht mehr gegeben, da die Bundesregierung alle paar Jahre Modalitäten ändere. Wer sich auf Investitionen für zehn oder 30 Jahre einlässt, müsse diese Verlässlichkeit haben.

© WhatsBroadcast
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