L133 Freisen - Dirmingen Zwischen Marpingen und Berschweiler in beiden Richtungen Bauarbeiten, Vollsperrung, Dauer: 14.05.2018 08:00 Uhr bis 22.07.2018 18:30 Uhr, eine Umleitung ist eingerichtet (14.05.2018, 10:38)

L133

Priorität: Dringend

18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Hilferuf aus Dillingen an Angela Merkel

Die zahlreichen Arbeitsplätze in der Dillinger Hütte sichern nicht nur Bürgern aus der Region ihre Existenz.

Die zahlreichen Arbeitsplätze in der Dillinger Hütte sichern nicht nur Bürgern aus der Region ihre Existenz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Post aus Dillingen bekommen. In einem Brief an die Kanzlerin bringt Franz-Josef Berg , Vorsitzender sowohl der Kreis- als auch der Dillinger CDU seine Besorgnis über die anstehende Reform des Emissionshandels ab 2021 zum Ausdruck. Berg bittet Merkel um Unterstützung, „damit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Stahlindustrie erhalten bleibt und die Zukunft vieler Menschen in den Kommunen, deren Existenzen von einer nachhaltig agierenden und hochmodernen Stahlindustrie abhängig sind, geschützt wird“.

Berg geht auf die 350 Jahre alte Industriegeschichte der Hüttenstadt ein, die sich vor allem auf die Gründung der Dillinger Hütte stützt, die sich wiederum seit 1685 zu einer der Lebensadern der gesamten Region entwickelt hat.

„Mit der Hütte und den vielen anderen hochmodernen Unternehmen im unmittelbaren Umfeld sind wir in Dillingen ein Industriestandort, der fast 15 000 Menschen in Arbeit bringt, alleine die Dillinger Hütte zählt im engeren Umfeld rund 5000 Beschäftigte“, erklärt Berg. Diese wirtschaftliche Kraft und die vielen Arbeitsplätze sicherten nicht nur den Bürgern aus der Region ihre Existenz.

Auch Dillingen als Kommune sei ohne industrielle Basis der Wirtschaft nicht existenzfähig. „Ohne die hieraus resultierenden Steuereinnahmen sind wir kaum in der Lage, in die Zukunft unserer Stadt zu investieren“, schreibt der besorgte Bürgermeister nach Berlin.

Gerade die Unternehmen, die ohnehin schon sehr hohe Umweltstandards erfüllen, dürfen nicht durch zusätzliche und unverhältnismäßig hohe Kosten, wie sie durch eine Änderung des europäischen Emissionshandels angedacht sind, gefährdet werden. Eine Reform des europäischen Emissionshandels, wie sie derzeit geplant ist, würde der Stahlindustrie einen massiven Nachteil im globalen Wettbewerb bringen, meint Franz-Josef Berg , „und würde zudem die Förderung der Innovationskraft unserer Stahlunternehmen, moderne Technologien zur Emissionsminderung zu entwickeln, verhindern“.

„Wir fürchten in diesem Fall eine schleichende Deindustrialisierung unserer Region, weil dann Zukunftsinvestitionen an anderen Standorten im Ausland vorgenommen oder sogar ganz unterbleiben würden“, lässt Berg die Kanzlerin wissen. Damit wäre Umweltschutz und Klima nicht gedient, denn es kämen im höheren Maße Anlagen zum Zuge an Standorten, an denen deutlich höhere CO-Emissionen zulässig seien, schreibt Berg weiter. Er bittet Merkel, die gravierende finanzielle Mehrbelastung und die damit einhergehende Gefährdung der Existenzen von Menschen und nicht zuletzt der Zukunft von Industriestädten wie Dillingen abzuwenden.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein