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Homburg: Bahn kürzt überregionale Verbindungen

Homburg. Ein energetisch saniertes Bahnhofsgebäude, neu überdachte Gleise, ein vor einigen Jahren mit viel Aufwand installierter Fahrstuhl: Die Bahn AG hat sich den Homburger Hauptbahnhof in den zurückliegenden Jahren einiges kosten lassen. Doch bei all den Investitionen – die Kritik von Stadt und Bürgern rund um den Bahnhof, die dortige Parksituation und die Streckenpolitik der Bahn reißt nicht ab.

Vor allem Homburgs Oberbürgermeister kann und will seinen Ärger über die Bahn AG nicht verbergen (wir berichteten kurz). Das mag auch daher rühren, dass die Stadt selbst mit eigenen Mitteln Anstrengungen unternimmt, um Bahnfahrern das Leben in Homburg zu erleichtern – zuletzt mit dem Kauf und der Aufbereitung einer Fläche zwischen Post und dem Möbelhaus „Fröhliches M“ aus dem früheren Besitz der Post AG. Dort sind inzwischen rund 100 Parkplätze für regelmäßige Nutzer der Bahn entstanden, 60 konnten bislang langfristig vermietet werden. 350 000 Euro hat sich Homburg diese Infrastrukturmaßnahme kosten lassen.

Mit dem Engagement im Homburger Rathaus rückt man einem der großen Probleme zu Leibe, andere bleiben: Kurzparker müssen auf dem eigentlichen Bahnhofsparkplatz immer noch tief in die Tasche greifen. Und wer mal die gekaufte Parkzeit überschreitet, der wird mit „mindestens 23 Euro“, so ist es auf einem Schild vor dem Bahnhof zu lesen, bestraft. Zum Vergleich: Einer der neuen städtischen Parkplätze kostet weniger als 15 Euro im Monat.

Doch das ist bei weitem nicht das wesentliche Problem, das Homburg mit seinem Bahnhof hat. Tatsächlich könnte man fast meinen, der zweitwichtigste Wirtschaftsstandort im Saarland würde bei der Bewertung durch die Bahn AG einen ähnlichen Stellenwert einnehmen wie Brenschelbach: In den zurückliegenden Jahren und Monaten wurde die Anbindung an das überregionale Schienennetz deutlich eingeschränkt. Wer heute von Homburg aus in die weite Welt will, der muss entweder Glück haben und einen der wenigen Intercity Express-, Intercity- oder Interregiohalte in Homburg nutzen können oder er ist dazu gezwungen, mit der S-Bahn nach Kaiserslautern als nächstem Zusteigepunkt zu fahren – einschließlich eines Haltes „an jeder Milchkanne“, so Schöner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine Aussicht auf Veränderung zum Positiven sieht der OB nicht. Und das enttäuscht ihn sichtlich, hatte man doch seitens der Bahn in der Vergangenheit signalisiert, Homburg als Zustiegsort zum überregionalen Schienenverkehr attraktiv zu halten. „Darauf haben wir vertraut. Das hat sich aber einigermaßen zerschlagen, von 229 Abfahrten in Homburg pro Woche sind nur noch 72 übrig geblieben.“ Nichts desto Trotz: Homburg will den Bahnkunden etwas bieten, der nun geschaffene neue Parkplatz soll verbessert werden. Und Schöner hätte gerne noch mehr Gelände im Bereich des Bahnhofes aus der Hand von Bahn und Post gekauft – ohne Erfolg. „Die Bahn AG hat uns die Tür zugeschlagen.“ Das ist nicht das einzige, was Schöner rund um die städtischen Bemühungen um eine belastbare Infrastruktur richtig ärgert. Denn beim Ankauf des neuen Parkplatzes von der Post stellte sich heraus, dass die Fläche im Zuge der Privatisierung der Post an einen Luxemburger Immobilienfonds verkauft worden war. Schöner: „Das ist ein Skandal. Nun müssen wir als Stadt eine Fläche teurer zurückkaufen, die der Bürger in Zeiten des Staatsbetriebs Post schon einmal mit seinen Steuermitteln finanziert hat.“
© WhatsBroadcast
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