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Huckepack auf gefährlicher Wanderschaft: Viele Tausend Amphibien pilgern bald zu ihren Laichplätzen

Wegen des warmen Winters dürften sich die Kröten bald zu ihren Laichplätzen aufmachen. Foto: Marcus Führer/dpa

Wegen des warmen Winters dürften sich die Kröten bald zu ihren Laichplätzen aufmachen. Foto: Marcus Führer/dpa

Acht Grad über null, leichter Regen und Abenddämmerung – das ist der Startschuss für Abertausende Frösche, Kröten und Molche, um in diesen Tagen den Weg von ihren Winterquartieren in ihre Laichgewässer anzutreten. „Wenn diese Bedingungen herrschen, kann man sicher sein, dass es losgeht. Sollte es plötzlich wieder kälter werden, verharren die Tiere an ihren Plätzen, bis es wieder wärmer wird, und wandern dann weiter“, erklärte Amphibienexperte Christoph Bernd kürzlich im Saarbrücker Rathaus.

15 ehrenamtliche Amphibienhelfer kamen zu der Informationsveranstaltung und erhielten vom Experten Tipps und Tricks zur Tiererkennung und zur Wanderung der Amphibien . Insgesamt kümmern sich in Saarbrücken und Umgebung bis zu 30 Helfer um die Wanderungen . In den kommenden Tagen stellt das Zentrum für Bildung und Beruf (ZBB) im Auftrag der Stadt Saarbrücken kilometerlange Zäune entlang der markanten Straßen in Saarbrücken auf. Gerade beim Überqueren von stark befahrenen Straßen finden viele Amphibien jedes Jahr den Tod. Durch die angebrachten Zäune wandern die Tiere an den Zäunen entlang und fallen in Eimer, die von den Helfern in der Erde versenkt werden. Die Helfer tragen die Eimer auf die andere Straßenseite und lassen die Tiere ihre Wanderung fortsetzen.

„Wir haben in Mitteleuropa die größte Artendichte an Kröten und Fröschen. Wenn wir nichts unternehmen, um diese Tiere zu schützen, dann sind bis zum Jahr 2020 zwei Drittel der Arten ausgestorben“, schlägt Christoph Bernd Alarm. Der Springfrosch steht im Saarland bereits auf der Liste der stark gefährdeten Arten. Bis zu zwei Meter hoch und vier Meter weit kann der kleine Kamerad springen. Am Tabaksweiher in Saarbrücken gibt es den Springfrosch noch. Apropos Tabaksweiher: Nach Aussage der Stadt Saarbrücken soll der gereinigte und reparierte Weiher seit vergangenem Wochenende wieder Wasser führen – wichtig für die Amphibienwanderung. „Wir haben im vergangenen Jahr 3500 Tiere gezählt, die in diesem Bereich Straßen überquert haben. Das ist sehr viel Arbeit für die ehrenamtlichen Helfer“, sagt Ute Fugmann, die ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte der Stadt Saarbrücken . So viel Arbeit, dass hier Straßensperren sinnvoll wären. „Die Straße am Tabaksweiher wird von sehr vielen Autofahrern als Abkürzung genommen. Das ist ein Problem. Wenn man die Straßen in der Wanderzeit (etwa sechs Wochen) von den Abend- bis zu den Morgenstunden so sperren würde, dass nur noch die Anwohner zu ihren Häusern kämen, wäre den Tieren sehr geholfen“, meint Ute Fugmann.

Neben dem Tabaksweiher sind auch Gebiete in Gersweiler, auf der Rußhütte, am Sonnenberg und am Wildpark stark von der Wanderung betroffen. Im Fischbachtal wurde die L 127 aufgrund der Amphibienwanderung in den vergangenen Jahren gesperrt.

Kann der normale Bürger eigentlich auch bei der Wanderung der Tiere helfen? „Dazu muss man sich unbedingt vorher anmelden, da viele Dinge zu beachten sind. Unter anderem geht es auch um Artenbestimmung und um Zählungen. Wenn jemand aus gutem Willen einen Eimer auf die andere Straßenseite tragen möchte, um die Tiere wieder auszusetzen, werden die Zählungen nicht korrekt“, erklärt Bernd.

Wer bei der Amphibienwanderung mithelfen möchte, kann sich unter Tel. (06 81) 9 05-40 40, -41 79, oder -41 27 bei der Stadt melden.

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