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"Hundesteuerhinterzieher" im Visier

Friedrichsthal/Quierschied. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und ein bellender Vierbeiner bringt keine kommunale Kasse ins Plus. Und doch: Es läppert sich zusammen, wenn alle Zweibeiner Steuern zahlen, die einen Hund zu Hause haben. So hat jüngst die Stadt Friedrichsthal festgestellt, dass eine ernsthafte Bestandsaufnahme zu Mehreinnahmen führte. Und genau diese Mehreinnahmen sind wichtig, wenn man schon die Ausgaben nicht wirksam senken kann. „Jeder vierte Hund war nicht gemeldet“, schreibt die Verwaltung, die bereits im vergangenen Jahr ins Auge fasste, eine Hundezählung zu veranlassen. „Bestandsaufnahmen probehalber“, schreibt Pressesprecher Christian Jung, „führten zur Feststellung, dass es eine beträchtliche Dunkelziffer gibt.“

Nach Angaben von privaten Firmen, die im Auftrag der Gemeinde mal näher hingeschaut haben, liegen die Zuwachsraten bei bis zu 25 Prozent. Sogar 28,9 Prozent, so Jung, seien es 2003 gewesen. Vor Beginn der Ermittlungen waren nach Angaben der Verwaltung 637 Hunde gemeldet, nach Abschluss aller Bemühungen kamen 206 Tiere hinzu. Macht zusammen 843. Aufgrund der aktuellen Bestandsaufnahme ergab sich damit ein Zuwachs der steuerlichen Einnahmen von 32,3 Prozent. In der Gemeinde Quierschied sind nach Angaben von Kim Schmidt, Mitarbeiterin im Steueramt, derzeit 832 Hunde gemeldet. Letztmals vor vier Jahren, so Schmidt, habe die Verwaltung nach steuerlich nicht gemeldeten Vierbeinern gefahndet. Was die Zahl der Steuersünder angeht, so liegen also keine aktuellen Erhebungen vor.



Es fehle an Mitarbeitern, die solche Überprüfungen vornehmen könnten. Dass es sicherlich viele Hundehalter gibt, die ihren Liebling gewissermaßen „schwarz“ ausführen, davon ist die Gemeindeverwaltung überzeugt. Die Stadt Sulzbach wiederum gibt vor, seit geraumer Zeit schon hinter säumigen Steuerzahlern her zu sein. Wer seinen Hund bisher noch nicht angemeldet hat, kann dies noch schnell tun, ohne Konsequenzen in Form eines Bußgeldes befürchten zu müssen (Andrea Klemann, Rathaus-Zimmer 210, Tel. 06897-508-156). Nach Angaben des Steueramtes sind aktuell 900 Hunde in Sulzbach registriert. Wie hoch allerdings die Dunkelziffer der nicht angemeldeten Vierbeiner ist, kann die Stadt nicht sagen. Das steuerliche Aufkommen liege bei rund 45 000 Euro.

Der erste Hund, so die Stadt-Pressestelle, kostet 54, der zweite 78 und jeder weitere Hund 120 Euro an Steuern pro Jahr. Blinden- und Rettungshunde sind von der Zahlung grundsätzlich ausgenommen. Bleibt noch zu erwähnen, dass es vor Jahren in der Landeshauptstadt einen Mitarbeiter gab, der in der Lage war, wie ein Hund zu bellen. Mit diesem Talent gesegnet, stellte er sich in so manchen Hausflur und bellte. Was zur Folge hatte, dass er vielfach Antwort erhielt von Tieren, deren Besitzer keine Steuern für ihren treuen Freund entrichtet hatten. Über solche Mitarbeiter verfügen die Kommunen in unserer Region allerdings nicht.

© WhatsBroadcast
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