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ICE Saarbrücken-Paris: Hofffnung auf neue Jobs in der Stadt?

Saarbrücken. In 110 Minuten von Saarbrücken mit dem ICE nach Paris: Das ist seit dem Start der Hochgeschwindigkeitsstrecke vor drei Jahren nicht nur für Touristen interessant. Die schnelle Bahnverbindung soll auch ein Standortvorteil für Saarbrücken sein. Deshalb wirbt die Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) mit dem ICE für Ansiedlungen auf dem Eurobahnhof-Gelände direkt hinter dem Hauptbahnhof.

Bau eines Tagungs- und Unternehmerzentrums

„Vitrine de France“ heißt das Zauberwort. Die GIU will noch im September direkt an den Gleisen am Nordausgang mit dem Bau eines Tagungs- und Unternehmerzentrums beginnen, sagt Geschäftsführer Jürgen Schäfer. Französische Firmen, die eine Niederlassung in Deutschland aufbauen wollen, könnten das in der „Vitrine de France“ tun. Dort sollen sie auch in allen rechtlichen und steuerlichen Fragen beraten werden. Auf der anderen Seite könnten deutsche Firmen ihr Frankreich-Geschäft vom Eurobahnhof aus starten. Außerdem wird es Konferenzräume für Geschäftsleute geben, die sich direkt am Hauptbahnhof treffen wollen. Im Sommer 2011 soll die „Vitrine de France“ fertig sein, sagt Schäfer. Kosten: rund 2,2 Millionen Euro. Für eineinhalb Geschosse verhandele die GIU, die das Gelände vermarktet, derzeit mit Miet-Interessenten, sagt Schäfer. Auch ein Service-Unternehmen, das für kleine Firmen die Sekretariatsarbeiten übernimmt, soll sich dort ansiedeln. 

 Erhöhtes Interesse bei französischen Unternehmen

Die schnelle Bahnverbindung ist aber auch gut für französische Unternehmen, die bereits im Saarland sind. Denn die Konzernzentrale in Paris sei nun viel schneller zu erreichen. Darin sieht auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) einen großen Vorteil: „Der ICE ist eine Art zusätzliche Lebensversicherung für diese saarländischen Standorte.“ Allerdings werde sich nur wegen der Bahnstrecke kein Unternehmen hier ansiedeln. Die französische Handelskammer in Deutschland werbe deshalb intensiv mit der schnellen ICE-Verbindung und stoße auf erhöhtes Interesse bei französischen Unternehmen, erklärt die IHK. Auch die GIU werbe in Frankreich, erläutert Geschäftsführer Schäfer. Die Stadt veranstalte außerdem mit der Sparkasse einmal im Jahr ein Wirtschaftsforum für französische Unternehmen in Saarbrücken. Doch die rannten der GIU anschließend nicht die Türen ein, gibt er zu. Auch eine Plakataktion in Paris habe nicht viel gebracht. Schäfer setzt deshalb auf die Zusammenarbeit mit einer französischen Bank, die Firmen auf das Eurobahnhof-Gelände ansprechen soll. Er ist aber nicht böse, wenn in der „Vitrine de France“ viele deutsche Unternehmen eine neue Heimat finden. Denn die GIU plane weitere Gebäude auf dem Eurobahnhof-Gelände, wo sich Franzosen noch niederlassen könnten. Dass der Standort attraktiv ist, sehe er auch daran, dass aus dem Science Park an der Universität mehrere Unternehmen nach einer Startphase auf das Eurobahnhof-Gelände kommen wollen, sagt Schäfer.

Brücke vom Rodenhof aufs Eurobahnhof-Gelände

Ein Hotel, ein Medizinzentrum und das Unternehmen Ergosign sind schon da. Dazu kommen der Kulturbahnhof und der Fotodienstleister Luminanz GmbH. Besonders wichtig ist für Schäfer, dass auf dem Rodenhof der Bau der neuen Brücke auf das Gelände ab Juli abgeschlossen wird. Denn bisher müsse der gesamte Verkehr über die Lützelbachbrücke abgewickelt werden. Die gute Verkehrsanbindung ist dann das große Pfund, mit dem Schäfer wuchern will. Nach seinen Angaben wurden und werden insgesamt 60 Millionen Euro mit Hilfe der Europäischen Union, des Landes, des Bundes und der Deutschen Bahn AG in den Hauptbahnhof und das zehn Hektar große Eurobahnhof-Gelände investiert.

Der Anteil der GIU liege bei 24 Millionen Euro. Die Bauarbeiten für zwei weitere Gebäude sollen ebenfalls in diesem Jahr beginnen, sagt Schäfer. Die IHK mahnt aber, dass Saarbrücken außer über die Bahnstrecke Paris-Frankfurt nicht direkt mit anderen nationalen und internationalen Städten verbunden ist. Auch Saarbrücken müsse attraktiver werden, um noch stärker vom ICE-Anschluss zu profitieren.

© WhatsBroadcast
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