A1 Trier Richtung Saarbrücken Zwischen AS Nonnweiler-Bierfeld und Dreieck Nonnweiler Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (06:42)

A1

Priorität: Sehr dringend

16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

IHK: Verkehrsinfrastruktur für Attraktivität des Saarlandes von größter Bedeutung

Mit klaren Worten hat IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch gestern auf die Ankündigung des Bahn-Vorstands Rüdiger Grube reagiert, die Bahn-Verbindungen in das Saarland auszudünnen: „Für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Saarland ist es von größter Bedeutung, die Einbindung in das deutsche und europäische Schienennetz auf dem jetzigen Stand zu halten“, sagte Giersch.

Mehrere Bahnverbindungen ins Saarland stehen auf der Kippe: Auf der einen Seite will Frankreich die Verbindung Paris-Frankfurt zukünftig stärker über den Südast und damit über Straßburg bedienen – eine TGV-Verbindung soll voraussichtlich ab 2015 wegfallen. Auf der anderen Seite sind mehrere Fernverbindungen Richtung Mannheim gefährdet, weil der künftige Regionalverkehr in Rheinland-Pfalz Vorrang auf der Strecke hat und – wie Grube sagte – für Fern- und Nahverkehr zur gleichen Zeit auf einer Trasse kein Platz sei.

Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) sieht hier Nachbesserungsbedarf: „Die Anbindung des Landes an die übrigen Länder der Bundesrepublik ist so wichtig, dass der Regionalverkehr hier zurückstehen muss“, sagte er.

Eine weitere Ausdünnung der Zugverbindungen würde auch die Saar-Unternehmen treffen: „Sowohl die Verbindungen nach Paris als auch die nach Mannheim sind für uns von entscheidender Bedeutung“, sagte Harald Börsch, Sprecher des Elektrotechnik-Konzerns Hager in Blieskastel. Würden diese ausgedünnt hätte das für die Attraktivität des bereits strukturschwachen Standorts fatale Auswirkungen. Der Autozulieferer ZF ist nach Angaben von Sprecherin Karin Markenstein wegen der schlechten Anbindung bereits seit längerem auf alternative Verkehrsmittel umgestiegen.
Nicht nur die Unternehmen, auch die Forschung schaut mit Sorge auf die Entwicklung: „Eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist ein wichtiges Argument beispielsweise dafür, Forscher von außerhalb ins Saarland zu holen“, hieß es von der Saar-Universität.

Deutliche Schelte gab es gestern von der politischen Opposition: Als Desaster bezeichnete der Geschäftsführer der Linksfraktion, Heinz Bierbaum, die Ergebnisse des Bahngipfels: Die angekündigten Entwicklungen seien „ein schwerer Schlag für die Saarwirtschaft“, sagte Bierbaum. Jetzt gelte es, „mit allen gesellschaftlichen Kräften Druck zu machen“. FDP-Chef Oliver Luksic wirft der Landesregierung „Versagen auf ganzer Linie“ vor. Grünen Fraktionschef Hubert Ulrich moniert, dass die Konzeptionslosigkeit der Regierung bei der Taktung des Nahverkehrs eine Verschlechterung des Fernverkehrs nach sich ziehe.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer relativiert allerdings die Kritik. Gerade bei den Fernverkehrsverbindungen in Richtung Mannheim sei nicht das Saarland der kritische Faktor, sondern der Regionalverkehr im Nachbarland Rheinland-Pfalz, der noch vom früheren Ministerpräsidenten Kurt Beck bestellt worden sei. Während das Saarland schon damals Bereitschaft signalisiert habe, auch integrierten Verkehr mitzutragen, bei dem Regional-Kunden auch die Fernverkehrszüge nutzen können, habe Rheinland-Pfalz das bisher abgelehnt und ein Regional-Konzept verfolgt. Weil Regional-Verkehr aber Vorrang habe, sei das Saarland mit seinen Fernverbindungen letztlich Leidtragender dieser Entscheidung. „Kommende Woche werde ich das Thema aber bei einem Treffen mit der Ministerpräsidentin Malu Dreyer noch einmal aufgreifen“, sagt sie. Auch für den Erhalt der Paris-Verbindung will Kramp-Karrenbauer kämpfen. „Wir werden auf allen Ebenen in Frankreich unsere Position zur Verbindung über Saarbrücken einbringen.“
 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein