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Igitt: Saarbrücker Schülerin ekelt sich vor dem Schulklo

Saarbrücken. „Igitt“: Claudias (10, Name geändert) Äußerung lässt keinen Zweifel: Die Viertklässlerin ist auf das stille Örtchen in der Wiedheckschule gar nicht gut zu sprechen. Der Grund ist der Schülerin zufolge der äußerst schlechte Zustand einer der beiden Toilettenanlagen: „Da stinkt es, oft gibt es kein Klopapier, man kann manchmal nicht richtig abspülen und die Toiletten sind alt, zum Teil fehlen die Klodeckel“, zählt die junge Saarbrückerin einige der Unzulänglichkeiten auf, die sie stören. Sie stellt fest: „Ich gehe dort gar nicht gerne aufs Klo. Und das sagen auch andere.“

Die Beschreibung der Schülerin – Einzelfall oder Beispiel für den Zustand vieler Toiletten an den 29 Grundschulstandorten in Saarbrücken? Die SZ fragte nach. Thomas Blug, Pressesprecher der Stadt Saarbrücken: „Sowas ist immer mal wieder ein Thema, aber generell sind die Schultoiletten alle in einem guten Zustand.“ Dass sich in dieser Hinsicht viel getan hat, davon berichtet Stefanie Metzger, Bereichsleiterin Objektservice beim zuständigen Gebäudemanagementbetrieb der Stadt Saarbrücken (GMS), und ihr Kollege Hans-Werner Alt. Letzterer koordiniert beim Objektservice unter anderem die Hausmeisterdienste vor Ort.

Zustand dokumentiert

Vor zwei Jahren, 2008, waren die Zustände aller Schultoiletten dokumentiert und bewertet worden – auch als Reaktion darauf, dass es Beschwerden über die Kirchbergschule gab. Damals hatten die meisten Anlagen Schulnoten zwischen 2 und 3 bekommen, einige aber auch Noten zwischen 4 und 5. Insbesondere jene, aber auch andere seien seitdem verbessert worden, sagt Metzger. „Komplett neu gemacht“ wurden beziehungsweise würden in Kürze so beispielsweise die Anlagen der Grundschule Kirchberg (damalige Note 4), der Grund- und der Ganztagsgrundschule Rastpfuhl (Note 3 bis 4) oder auch der Grundschule Theodor-Heuss-Schule in Herrensohr (Note 4 bis 5).
Die baulichen Aspekte und die, so GMS, „kontinuierliche“ Instandsetzung sind das eine, der Umgang mancher Schüler mit den Toiletten das andere. „Vandalismus“ wollen die Fachleute das, was da zuweilen auf dem stillen Örtchen mancher Grundschulen – und da seltsamerweise oft eher in neueren als in älteren Anlagen – passiert, nicht nennen: „Es gibt keine massive Zerstörung, wohl aber Streiche“, sagt Metzger. Besonders Papier werde gerne dazu benutzt. Sie berichtet von ganzen Packen Papierhandtüchern, die mal im Waschbecken eingeweicht, mal als „Tapete“ verwendet würden. Mit Papier würden auch gelegentlich Toiletten zum Überlaufen gebracht oder Urinale verstopft.
Stadt-Sprecher Blug weist darauf hin, dass derartiges schlecht zu verhindern sei: „Wir können die Kinder ja nicht bis auf die Toilette verfolgen.“ Außerdem betont er, dass sich ja nicht alle, sondern nur einige wenige Kinder so verhielten.

Rücksicht nehmen

Günther Buth, Leiter des Amtes für Kinder, Bildung und Kultur (es fungiert als Schulverwaltung), setzt in diesen Fällen auf gegenseitige Rücksichtnahme, damit die Schüler gar nicht erst auf die Idee zu solchen „Streichen“ kommen. Er sieht vor allem Eltern und Lehrer in der Verantwortung. Zurück zur Wiedheckschule: Hier, so berichten die Vertreter des GMS, tut sich etwas. Ab kommenden Montag wird die von der Schülerin bemängelte Toilettenanlage nämlich komplett saniert – es gibt so unter anderem neue Jungen- und Mädchentoiletten, neue Fenster, Türen, Fliesen, Armaturen, Trennwände etcetera. Kosten: etwa 30.000 Euro. Claudia wird allerdings nicht mehr in den Genuss der neuen Toiletten kommen: Sie wechselt nach den Sommerferien auf die weiterführende Schule.


 
Auf einen Blick
Einmal am Tag werden die Schultoiletten im Zuständigkeitsbereich der Stadt gereinigt, informiert der Gebäudemanagementbetrieb der Stadt Saarbrücken (GMS). Das sei Standard in Deutschland. Ist das nicht etwas wenig angesichts der Tatsache, dass an einem Tag manchmal mehrere hundert Schüler mehrfach auf die Toilette gehen? Nein, sagen die Vertreter vom GMS und Stadt-Pressesprecher Thomas Blug. Es werde ausreichend gereinigt. Eine höhere Frequenz sei „das falsche Signal“. Und außerdem: „Zwei- bis dreimal am Tag wäre auch nicht leistbar.“ Sie verweisen auf die sowieso schon hohen Putzkosten an den Schulen. Demnach habe die Unterhaltsreinigung in den Schulen (dazu gehört unter anderem auch das Säubern der Toiletten) im Jahr 2009 mit 1,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen. up


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