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Im Notfall 112: Pilotprojekt testet einheitliche Nummer für Feuerwehr, Rettungsdienst und Ärzte

Es ist für viele der Idealfall und im Nordsaarland wird er getestet: Im Notfall oder bei einer Krankheit wählt der Patient die 112 und ihm wird geholfen. Entweder von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Bereitschaftsarzt.

Saarbrücken. Bisher stehen die Saarländer bei einem Notfall oder einer Erkrankung allzu oft vor der Frage, ob sie nun die Feuerwehr, den Rettungsdienst oder vielleicht den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen sollten. Dadurch mögliche Zeitverzögerungen und Unsicherheiten, mit all ihren unangenehmen Folgen für den Patienten, könnten jedoch bald schon der Vergangenheit angehören.

In einem Pilotprojekt, das seit Anfang 2010 läuft, testet der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung nicht nur die Zusammenlegung der bisherigen zwei Notfallrufnummern für Feuerwehr (112) und Rettungsdienst (19222) in einer gemeinsamen Integrierten Leitstelle mit der Rufnummer 112 (wir berichteten).

Auch Ärzte-Sprechzeiten zu erfragen
Ein zusätzlicher Teil dieses Projektes entsteht in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Hierbei sollen Patienten, die außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes anrufen, direkt an die Integrierte Leitstelle weitergeleitet werden. Die Mitarbeiter der Stelle geben den Anruf dann an die diensthabenden Ärzte weiter – oder falls sie erkennen, dass unmittelbare Gefahr droht, alarmieren sie den Rettungsdienst.

Getestet wurde dieser Teil des Projekts bisher in den drei Gemeinden Merzig, Mettlach und Perl. Laut Aussage des Zweckverbandes waren die Ergebnisse dieser Tests sehr zufrieden stellend, die Weiterleitung funktioniere wie erhofft. Nach diesen positiven Erfahrungen soll die Anrufumleitung jetzt auch auf Losheim, Wadern und Nonnweiler ausgeweitet werden. Fernziel des Projekts: Irgendwann soll nur noch eine Notfallnummer existieren – die 112.

Positive Erfahrungen im Nordsaarland

Während eines Treffens am vergangenen Donnerstag mit Vertretern des Zweckverbandes, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Saarländischen Krankenhausgesellschaft nannte der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler (CDU) die Einführung einer gemeinsamen Notrufnummer „einen weiteren Schritt zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung“, da sie dem Patienten in Notfällen erlaube, schneller an die passende Hilfe zu gelangen. Weisweiler sagte hierfür weitere finanzielle Unterstützung zu.

Die Idee einer Integrierten Leitstelle basiert auf einer EU-Richtlinie. Beinahe in allen deutschen Bundesländern sind Rettungs-und Feuerwehrdienste deshalb unter 112 erreichbar. Neben dem Saarland haben nur Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern bisher keine gemeinsame Notfallrufnummer. Im Saarland soll der Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle bis Ende 2011 ausgeweitet werden. Ziel ist die landesweite Abdeckung.


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