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In Saarbrücken muss keiner auf der Straße schlafen

„Insgesamt haben wir in diesen vier Einrichtungen 137 Schlafplätze. Bei Bedarf können aber noch Liegen hinzugestellt werden, so dass niemand gezwungen ist, bei diesen Temperaturen auf der Straße zu übernachten“, sagt Blug. Wer es trotzdem tue, „der will das so. Das ist dann sein frei gewähltes Schicksal“. Es gebe zwar – wenn die Gesundheit auf dem Spiel stehe – die Möglichkeit einer Zwangseinweisung, „aber die kommt in der Regel nicht vor“, sagt Harald Schindel, als Beigeordneter der Stadt Saarbrücken für den Bereich Soziales zuständig. „Dafür braucht es einen Gerichtsbeschluss, ein medizinisches Gutachten und die Polizei, die den Beschluss durchsetzt.“ In den vergangenen Jahren sei das nur einmal vorgekommen.

„Wichtiger als Zwang auszuüben ist der Einsatz unseres Street- Workers Heinz Schuh, der die Menschen kennt und weiß, was in der Szene los ist“, sagt Schindel. Was los ist auch dann, wenn Thorsten Lillig angefahren kommt. Lillig ist Sozialarbeiter bei der Arbeiterwohlfahrt und steuert den SOS-Express. Das SOS steht für Suppe, Obdach und Solidarität. Seit Oktober ist das Notfall-Gefährt, ein umgebauter Transporter, in Saarbrücken unterwegs. „20 bis 25 Mahlzeiten fahren wir täglich aus“, erzählt Lillig. Die Notschlafstelle ist der „Heimathafen“ des SOS-Expresses. Der fährt wegen der Kältewelle derzeit mehrmals täglich die einschlägig bekannten Plätze an, um auf die Einrichtungen in Saarbrücken aufmerksam zu machen. Insgesamt zehn Übernachtungsplätze hält die AWO-Notschlafstelle für Obdachlose bereit, „aber wir sind derzeit nicht ausgebucht“. tog

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