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Initiative: Nauwieser Viertel soll keine große Theke werden

Beim Nauwieser Fest ist im Viertel richtig was los.  Wenn es nach der »Initiative Nauwieser Viertel« geht, sol das jedoch Ausnahme bleiben.

Beim Nauwieser Fest ist im Viertel richtig was los. Wenn es nach der »Initiative Nauwieser Viertel« geht, sol das jedoch Ausnahme bleiben.

Dreißig Jahre lang, bis 2010, war das Nauwieser Viertel Sanierungsgebiet, die Wohn- und Arbeitsqualität sollte verbessert werden. Diese Ziele sollen nun in einem Bebauungsplan fortgeschrieben werden; diesen erstellt das Stadtplanungsamt derzeit. In dessen Rahmen soll das Zentrum entweder als „besonderes Wohngebiet“ oder als Mischgebiet ausgewiesen werden. Der Unterschied: Ein „besonderes Wohngebiet“ dient vorwiegend dem Wohnen, darf aber auch anderweitig genutzt werden, zum Beispiel für Geschäfte, Büros oder Dienstleistungen, die den Wohnbetrieb nicht grundlegend stören. Gaststätten sind grundsätzlich nicht zulässig. Bereits bestehende Gaststätten erhalten jedoch einen Bestandsschutz. Bei einem Mischgebiet sind die beiden Nutzungsarten Wohnen und Gewerbe gleichberechtigt. In diesem Falle könnten in die leer stehenden Ladenflächen des Kerngebiets im Viertel auch neue Gaststätten, Imbisse oder Spielhallen einziehen.

„Ein Teil der Bürger hat sich in der Vergangenheit über nächtlichen Lärm beschwert und eine Beschränkung der Gastronomie gefordert“, sagt Stadt-Pressesprecher Thomas Blug. „Andere wiederum befürchten, dass zu viel Regulierung einer lebendigen Entwicklung im Viertel schaden könnte.“

Ein Mischgebiet käme grundsätzlich infrage, jedoch stehe „der Schutz des Wohnens im ‚besonderen Wohngebiet’ stärker im Fokus.“ Allerdings könne ein Bebauungsplan allein den Lärm nicht eindämmen, die bestehenden Kneipen gebe es ja weiterhin. Die Ergebnisse der Umfrage fließen Blug zufolge in das weitere Planverfahren ein und seien Bestandteil der Unterlagen für den Stadtrat, der letztendlich entscheidet.

Laut der „Initiative Nauwieser Viertel“ wünschen sich viele „Viertler“ Lösungen, die die Straßen tagsüber beleben – Geschäfte, Künstlergalerien und besonders Lebensmittelmärkte, denn zum Nahrungseinkauf müssen sie das Viertel verlassen. „Es wäre schön, wenn sich die Leute hier komplett versorgen könnten“, sagt Lieselotte Hartmann von der Initiative. Tagsüber mehr Viertel-Besucher – das wünschen sich auch Vanessa Drumm-Merziger und Nicole Hager, die dort das Spielzeuggeschäft „Spielbar“ betreiben. „Wenn es in der Nachbarschaft mehr Geschäfte gäbe, hätten wir mehr Laufkundschaft“, sagt Drumm-Merziger.

Um im Viertel bestehen zu können, bräuchten die Läden die „Finanzkräftigen, die vor der Haustür einkaufen“. „Ist das Nauwieser Viertel nur noch das Partyviertel, dann ziehen diese weg“, so Drumm-Merziger.

Gegen feiernde Menschen in den lebhaften Kneipen des Quartiers haben die Mitstreiter der Initiative an sich nichts. „Wir lieben das Viertel“, sagt Sigrid Jost von der Initiative. „Es ist wie ein Dorf mit den Vorteilen einer Großstadt. Doch es soll keine einzige lange Theke werden, sondern eine Mischung aus coolen Kneipen, Geschäften, Büros und Cafés.“

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