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Ist der Schoko-Osterhase ein Saarländer?

Bexbach. Das Saarland ist zwar keine Hochburg der Schokoladenhasen-Produktion. „Aber in Sachen süße Verführung durch Kakao-Produkte können wir an der Saar schon ein gewichtiges Wort mitreden.“ Das betont mit dem nötigen Selbstbewusstsein Olaf Reichardt, Geschäftsführer der Bexbacher Fuchs & Hoffmann GmbH, die die Kakao-Masse herstellt, mit der die österlichen Langohren, aber auch Tafel-Schokolade und Schoko-Riegel hergestellt werden. Rund 38 000 Tonnen Kakaobohnen aus mehr als 30 Rohstoff-Ländern landen über die Nordsee-Häfen Rotterdam und Antwerpen in Bexbach an. „Das sind rund 1600 Lkw-Ladungen und mehr als ein Prozent der Weltkakao-Ernte“, sagt Reichardt. Am Ende verlassen etwa 28000 Tonnen Kakaomasse und 10 000 Tonnen flüssige Schokolade das Werk.



Auch Osterhasen im Sortiment

Neben dem Riegel-Hersteller Mars und dem Tafel-Premiumproduzenten Ritter Sport gehören die Eigentümer von Fuchs & Hoffmann zu den Hauptabnehmern. Das ist zum einen die Firma Krüger (Bergisch-Gladbach) mit 74,9 Prozent der Anteile und die Wawi-Schokolade aus Pirmasens, die 25,1 Prozent hält. Die Spezialität von Wawi ist Schoko-Reis, das pfälzische Unternehmen hat jedoch auch Osterhasen im Sortiment.

Ein großer Abnehmer der Rohware aus Bexbach ist außerdem die Krüger-Tochter Ludwig Schokolade mit Werken in Saarlouis und Saarwellingen. Dort verarbeiten die rund 1100 Mitarbeiter pro Jahr etwa 90 000 Tonnen zu Schogetten oder „Edle Tropfen“. Der Umsatz beläuft sich auf rund 450 Millionen Euro. Fuchs & Hoffmann beschäftigt 41 Frauen und Männer und erwirtschaftet einen Umsatz von etwa 110 Millionen Euro.

„Die Röstung entscheidet über den Geschmack“

Dort durchlaufen die Kakaobohnen einen langwierigen und aufwendigen Produktionsprozess, bei dem die Bohnen zunächst geröstet, dann sterilisiert und gebrochen werden. Anschließend trennen Rüttelsiebe den Kern von der Schale und Mühlen vermahlen die Kakao-Kerne. In diesem Prozess liegt auch das Qualitäts-Geheimnis von Fuchs & Hoffmann. „Die Röstung entscheidet über den Geschmack“, erzählt Reichardt. Durch die Kakaobutter bleibt die Masse flüssig, die allerdings stets auf einer Temperatur zwischen 50 und 55 Grad Celsius gehalten werden muss. Auch im Vorratsbehälter wird der Brei immer wieder gerührt, „damit sich das Fett nicht absetzen kann“.

Große Sorgen bereitet Reichardt die Preisentwicklung beim Kakao. „Im September 2010 hatten wir ein 32-Jahreshoch bei den Preisen“, erzählt der 43-jährige Manager, der fast sein ganzes Berufsleben in der Kakao-Branche verbracht hat. Hauptgründe sind für ihn, dass Banken und große Hedgefonds mit dem Rohstoff spekulieren, „und somit die Preise künstlich hochtreiben“.

"Neun von zehn Leuten mögen Schokolade"

Aber auch die politischen Unruhen in der Elfenbeinküste – das Land steht für 38 Prozent der Welternte auf dem Kakaomarkt – halten seiner Auffassung nach die Preise hoch. „Daher werden in diesem Jahr wohl auch die Osterhasen teurer“ prophezeit er. Dennoch: Dem Unternehmen, das 2006 seine Kapazitäten erweitert hat, geht es gut. Die Produktion für 2011 „ist schon verkauft“. Auch für 2012 gibt es für 45 Prozent der Fertigung schon feste Abnehmer. Dass die sattbraune Verführung immer Verehrer haben wird, wusste schon der Karikaturist John Tullius: „Neun von zehn Leuten mögen Schokolade. Der Zehnte lügt.”

© WhatsBroadcast
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