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Ist die Faasend fit für den Sommer?

Fastnachtsumzug

Fastnachtsumzug

Bonbonregen, Motivwagen, Spielmannszüge und kräftig geschmetterte „Alleh hopps“ im Sommer? Nachdem zahlreiche Fastnachtsumzüge wegen einer Sturmwarnung abgesagt wurden, fragen sich manche Narren, ob sie ihre Defilees, in denen oft monatelange Arbeit steckt, nicht irgendwann nachholen können – wie in Trier: Dort startet der Rosenmontagsumzug jetzt am Samstag um 19.11 Uhr.

„Die Thematik ist bei uns noch nicht geklärt“, sagt der Vorsitzende des Völklinger Verkehrsvereins, Walter Otto. Sollten die Fastnachtsvereine Interesse bekunden, müsse man schauen, ob dies möglich sei. „Aber Fasching ist irgendwo mit Aschermittwoch zu Ende“, sagt Otto. Neben den Kosten für eine neue Veranstaltung sei es fraglich, ob sich die Leute dafür einen Tag Urlaub nehmen wollten, nachdem sie bereits Rosenmontag frei hatten. „Wir haben so schon Geld verloren“, sagt Otto. Er hofft, Teile der Getränke und der Wurfgeschosse wieder an Händler zurückgeben zu können. Auch wenn im Nachgang das Wetter nicht ganz so schlimm gewesen sei wie angekündigt, sei die Entscheidung, den Zug abzusagen, richtig gewesen. Die Sicherheit gehe vor.

Nachholen oder nicht? „Die Freude an Gott soll ja auch die Fastenzeit prägen. Insofern drücke ich als Bischof in diesem Jahr gerne ein Auge zu, wenn die Fastnachtszeit sich über den Aschermittwoch hinaus verlängert“, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann .

Die Ethik-Charta des Bundes Deutscher Karneval (BDK) hat hier jedoch ein klares Reglement. „Die Charta definiert, was Brauchtum und Tradition ist. Beginn ist am 11.11., mit Aschermittwoch ist grundsätzlich Schluss“, erklärt der Präsident des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine (VSK), Klaus-Ludwig Fess, der auch Schatzmeister des BDK ist. „Eine Nikolausfeier im Sommer würde auch komisch anmuten.“ Als Brauchtumspfleger trügen Karnevalsvereine das Siegel der Gemeinnützigkeit, das eng definiert sei. „Ein Fastnachtsumzug im Sommer hat nichts mit dem jahrhundertealten Brauch zu tun“, sagt er. Ganz verzichten auf eine Alternative müssten die Narren jedoch nicht. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, den Umzug nachzuholen – allerdings nicht als klassischen Fastnachtsumzug. „Das heißt, nicht im Ornat, also in der Gardeuniform mit Kappen, Orden und Prinzenpaar“, betont Fess.

Einen solchen Umzug erwägt zumindest der Neunkircher Karnevalsausschuss (NKA). „ Rosenmontag kann man nicht nachholen. Der ist nur einmal im Jahr, so wie Ostern und Pfingsten“, sagt NKA-Präsident Karl Albert. Ende Februar treffe sich das Präsidium und werde über eine mögliche Alternative sprechen. „In welchem Umfang, in welcher Form und ob überhaupt, das ist alles offen “, sagt Albert. Man werde sich mit den Burbacher Narren absprechen.

Doch die planen wohl keinen Ersatz-Umzug. „Es wird bei uns wahrscheinlich nicht nachgeholt“, sagt „Mir sin do“-Präsident Josef Weiß. Viele hätten die Autos für die Motivwagen nur geliehen und bereits abbauen und zurückgeben müssen. Der Aufwand und die Kosten etwa für den privaten Sicherheitsdienst, das Rote Kreuz sowie die erneute Erstellung und Genehmigung eines Sicherheitskonzepts seien große Hürden. Die haltbaren Gutzjer würden trocken und kühl für nächstes Jahr gelagert, die Wurfgeschosse mit Verfallsdatum werde man an ein Kinderheim und Kitas verschenken. Die im Internet kursierende Theorie, nicht das Wetter sei schuld an der Absage gewesen, sondern Angst vor Ausschreitungen wie in der Silvesternacht, weist er entschieden zurück: „Das ist Quatsch! Da wird viel dummes Zeug geschrieben. Das war eine gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr nach reiflicher Überlegung getroffene Entscheidung wegen der angekündigten Sturmböen.“

© WhatsBroadcast
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