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Jäger lässt Ehefrau ans Gewehr: Jagdschein weg

Zweibrücken. Auch nach acht Jahren schlägt ein Fall von unberechtigter Waffenüberlassung noch Wellen im Stadtrechtsausschuss. Hintergrund ist ein Jäger, der seiner Frau im Wald zum Jagen seine Waffe gegeben hatte. Diese besitzt aber selbst keinen Jagdschein.

Die Information erreichte das Zweibrücker Ordnungsamt, das am 30. April 2008 Waffenbesitzkarte und Jagdschein des Jägers nicht mehr verlängerte. Die Zuverlässigkeit sei nicht gegeben, so die Argumentation, die 2009/ 2010 ein vom Zweibrücker Ordnungsamt angestoßenes Verfahren beim Verwaltungsgericht Neustadt untermauerte, wie Stadtrechtsausschussvorsitzender Fritz Schmidt erklärt. Dort sah man die unberechtigte Waffenüberlassung als erwiesen an, die Entscheidung wurde am 13. Februar 2010 rechtskräftig. Die Folge: Das Zweibrücker Ordnungsamt signalisierte dem Jäger, dass er erst nach einer angemessenen Wartezeit von drei Jahren Waffenbesitzkarte und Jagdschein wieder erhalten könne, wenn er bis dahin nicht mehr auffällig wird.

Doch bis zum 15. Februar 2013 will er nicht warten. Bereits im April 2010 hatte er einen neuen Jagdschein beantragt, was abgelehnt wurde. Der Jäger legte Widerspruch ein, zog ihn aber zurück. Nun am 22. Juli dieses Jahres der jüngste Anlauf. Gleiche Reaktion: Ablehnung der Stadt, Einspruch des Jägers, der Fall landete aktuell vor dem Stadtrechtsausschuss. Das Argument von Ordnungsamtsmitarbeiter Alexander Schaubeck: An der Rechtslage habe sich nichts geändert: Die Dreijahresfrist laufe, der Jäger sei immer noch als unzuverlässig einzustufen. Die Waffe an jemand Unberechtigten weiterzugeben, sei „kein leichter Tatbestand“.

Schaubeck: „Wer nicht berechtigt ist, darf nun mal keine Waffe haben. Man stelle sich vor, die Frau des Jägers hätte damals jemanden verletzt.“ Man stütze sich weiter auf die rechtskräftige Entscheidung des Verwaltungsgerichts.

Ein Argument, das Peter Hoffmann, der Rechtsbeistand des Jägers, nicht gelten lässt: Erstens habe das Verwaltungsgericht nur zwei konkrete Fälle von Waffenüberlassung aus dem Jahre 2003 bestätigen können, auch sei vor dem Verwaltungsgericht keine strafrechtliche Verurteilung erfolgt. Zweitens könne der Jäger nicht nur drei Jahre nicht jagen, sondern fünf. Denn bereits seit 2008 habe er ja keine Lizenz mehr. Ob der Jäger diese nun doch schon vor dem 15. Februar 2013 zurückbekommt, hat der Rechtsausschussvorsitzende Schmidt nach der Sitzung noch nicht verraten. Grund: Erst in den nächsten Tagen werde die Entscheidung dem Jäger auf dem Postweg zugestellt. ek

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