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Jägervereinigung will Klage gegen Jagdgesetz-Änderungen

Saarbrücken. Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) hat mit heftigem Protest auf die geplante Novellierung des saarländischen Jagdgesetzes reagiert. Sollte eine Schonzeit-Verordnung erlassen oder die Fuchsjagd im Biosphärenreservat Bliesgau ganzjährig verboten werden – wie es im Koalitionsvertrag heißt –, erwägt die VJS „juristisch tätig zu werden“, wie es in einer Mitteilung heißt. Kritisiert wird ferner die geplante Abschaffung der Fallenjagd sowie die Berechtigung aller Jagdverbände zur Durchführung der Jägerprüfung. Laut VJS wäre damit „die Qualität und die bundesweite Anerkennung der Jägerprüfung im Saarland in Gefahr“. Zugleich drohte Andreas Schober vom VJS-Vorstand: „Dann soll die Oberste Jagdbehörde 150 Prüfer suchen, die für die Jägerprüfung notwendig sind. Bei uns VJS-Mitgliedern wird sie diese aber nicht mehr finden!“

Die Kritik der Vereinigung zielt dabei insbesondere auf den Grünen-Politiker und neuen Staatssekretär im Umweltministerium, Klaus Borger (Foto: SZ). Dieser war noch bis Oktober Landesvorsitzender des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV), einem Konkurrenzverband der VJS also, und habe „den Koalitionsvertrag in Sachen Jagd diktiert“, so Schober. Borger weist den Vorwurf der Interessenpolitik zurück. „Ich bin vielmehr an einer objektiv vernünftigen Lösung interessiert. Und dass das Jagdrecht reformiert werden muss, diese Auffassung vertreten alle Parteien im Land“, sagte Borger der SZ. Im Januar soll es zu dem Thema einen runden Tisch „mit allen von der Jagd direkt oder indirekt Beteiligten geben“. Eingeladen werden sollen demnach sowohl alle drei Jagdverbände im Land als auch Tierschutz- und Umweltverbände sowie Waldbesitzer.

Der Koalitionsvertrag von CDU, FDP und Grünen im Saarland bekennt sich ausdrücklich zur Jagd. So heißt es dort etwa, dass die Landesregierung die „Aufgabe beziehungsweise Bedeutung der Jagd als grundsätzlich sinnvolle Form der Landnutzung stärken und das Eigentum unserer vielen Grundbesitzer vor vermeidbaren Wildschäden schützen“ will. Und sie will sogar „eine Initiative zur Abschaffung der Jagdsteuer ergreifen“. Zugleich räumen die Koalitionäre nun aber dem Tierschutz Priorität gegenüber dem Jagdrecht ein. Artenschutzrechtliche Bestimmungen aus dem Naturschutzgesetz sollen Vorrang vor konkurrierenden Bestimmungen aus dem Jagdrecht eingeräumt werden, heißt es im Koalitionsvertrag. Oder wörtlich: Das Jagdrecht soll „konsequent an dem vernünftigen Grund zur Erlegung der jagdbaren Tiere ausgerichtet“ werden. 

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