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„Jeder kann Mobbing-Opfer werden“

Um Mitschüler zu mobben, nutzen Täter häufig Smartphones oder soziale Netzwerke. Foto: Marks/dpa

Um Mitschüler zu mobben, nutzen Täter häufig Smartphones oder soziale Netzwerke. Foto: Marks/dpa

Ein Schüler verspottet, bestiehlt und schlägt seinen Schulkameraden immer wieder. Doch das Opfer will sich weder an seine Eltern noch an die Lehrer wenden. Erst als der Täter die Schule verlässt, hören die Schikanen auf. „Sein Gesicht ist mir bis heute am deutlichsten aus meiner Schulzeit in Erinnerung“, sagte Norbert Meiners vom Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) bei der Fachtagung „Umgang mit Mobbing und Cyber-Mobbing“. Pädagogen, Psychologen, Schulsozialarbeiter und Polizisten hatten sich zu der Veranstaltung an der Universität des Saarlandes angemeldet.

Detlef Beck, Konfliktbewältiger vom Konfliktmanagement-Team „Fairaend“ aus Köln, machte direkt zu Anfang klar, wie schwer Mobbing zu erkennen sei, und betonte: „Jeder kann Mobbing-Opfer werden!“Opfern fehle nicht von vorneherein Selbstbewusstsein. Das sei häufig erst eine Folge des Mobbings.

Roland Waltner vom Schulpsychologischen Dienst in Saarlouis erklärte, Mobbing habe in 43 Prozent der Fälle auch psychosomatische Folgen, die von Kopfweh bis Krebs reichen könnten. Psychische Folgen seien wiederum Depression bis hin zu Drogenabhängigkeit und Suizid. Zudem würden 40 Prozent der Mobbing-Opfer später selbst zu Tätern. Das Cyber-Mobbing sehen Beck und Waltner als besonders gravierende Mobbingform: Angriffe könnten dabei „rund um die Uhr bei unüberschaubarem Publikum“ erfolgen. Der Täter bleibe anonym.

Letzteres ist laut Martin Reiter von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken der Grund, weswegen Strafverfolgung bei Cyber-Mobbing kaum möglich sei. Der Täter könne einfach angeben, jemand habe sein Facebook-Profil gefälscht. Konkrete Beweise erhalte man nur über die sozialen Netzwerke selbst. Doch die US-Konzerne verweigerten die Unterstützung. Eine Auswertung sämtlicher internetfähiger Geräte im Haushalt des Verdächtigen dauere bis zu anderthalb Jahren und koste fünfstellige Summen. Da aber jugendliche Täter etwa für Androhung von Körperverletzung nur Geldstrafen oder Sozialstunden erhielten, sei der Aufwand ungerechtfertigt.

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