Sankt Ingbert, Südstraße zwischen Im Schiffelland und Oststraße Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (11:08)

Priorität: Dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Job-Abbau im VSE-Kraftwerk Ensdorf!

Kraftwerk Ensdorf

Kraftwerk Ensdorf

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Ensdorf. Beim saarländischen Versorgungs-Unternehmen VSE stehen Veränderungen an. Zum einen hat man sich im Land darauf geeinigt, dass Verhandlungen mit dem VSE-Mehrheitsaktionär, dem Essener Energieriesen RWE, aufgenommen werden, um mehr als 19 Prozent der RWE-Anteile zu übernehmen. Zum anderen sollen am VSE-Kraftwerksstandort Ensdorf mehr als 20 Arbeitsplätze abgebaut werden, wie unsere Zeitung erfuhr. Näheres soll heute auf einer Abteilungsversammlung bekannt gegeben werden.

Bei Kauf der RWE-Anteile sollen zunächst fünf regionale Versorger zum Zug kommen: Die KEW Kommunale Energie- und Wasserversorgung Neunkirchen sowie die Stadtwerke Homburg, St. Wendel, Saarlouis und Merzig. Auf der Seite des Landes verhandeln Vertreter der Regierung unter Führung von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), der Direktor des Regionalverbands Saarbrücken, Peter Gillo (SPD), als Vertreter der bisherigen Aktionäre sowie KEW-Vorstandschef Werner Spaniol. Das teilte die Saarbrücker Staatskanzlei mit. Es seien Exklusiv-Verhandlungen. Andere Interessenten außerhalb des Landes sind damit ausgeschlossen. Insider schätzen die Kaufsumme, die für die 19 Prozent aufgebracht werden müsste, auf rund 100 Millionen Euro.

RWE hält derzeit noch 69,33 Prozent der VSE-Anteile. Schon jetzt herrscht Einigkeit darüber, dass der Energiekonzern 50 Prozent plus eine Aktie behalten soll.  Die anderen Gesellschafter sind der Regionalverband Saarbrücken (8,95 Prozent), die Landkreise Saarlouis (7,2 Prozent), St. Wendel (1,74 Prozent) und Neunkirchen (1,44 Prozent), das Saarland (2,5 Prozent), die Gesellschaft für Straßenbahnen im Saartal AG (6,17 Prozent) und der französische Energieriese Electricité de France (2,67 Prozent). „Obwohl wir nicht die Mehrheit erhalten werden, wollen wir uns einen erheblichen Einfluss sichern“, sagt KEW-Chef Spaniol. Er kann sich auch neue Geschäftsfelder vorstellen wie zum Beispiel den Aufbau intelligenter Netze (Smart Grid) oder den Bereich Energie-Effizienz.

Schon heute verfüge das Saarland über „eine starke Position bei der VSE“, erinnert Peter Gillo. So habe die Landesseite das Recht, einen der beiden Vorstände zu stellen. Außerdem dürfe RWE nur VSE-Anteile verkaufen, wenn 75 Prozent der Hauptversammlungs-Mehrheit zustimmen. Die Verhandlungen sollen im ersten Halbjahr 2012 abgeschlossen sein.

Der geplante Arbeitsplatz-Abbau im VSE-Kraftwerks-Park Ensdorf soll „sozialverträglich über die Bühne gehen“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Etliche der mehr als 20 Mitarbeiter hätten befristete Verträge bis Ende 2012, die nicht mehr verlängert werden. Anderen würde eine Vorruhestands-Regelung angeboten, und eine kleine Gruppe würde weiter im Kraftwerk bleiben, bis sie das Rentenalter erreicht haben. Die Belegschaft soll von derzeit 117 auf rund 90 Mitarbeiter sinken. Eine Neuorganisation der Arbeitsgebiete soll sicherstellen, dass auch mit dieser verkleinerten Mannschaft das Kraftwerk betrieben werden kann. Ziel soll sein, die Kosten zu senken und damit „den Bestand des Kraftwerks über das Jahr 2014 hinaus sicherzustellen“.
 

© WhatsBroadcast
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein