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Jubel, Trubel, Autokorso: Beim 1:0 tobten 2500 Fans auf Homburger Marktplatz

Zum Glück trug die Nationalmannschaft dunkle Trikots, so dass wenigstens die deutschen Spieler einigermaßen zu erkennen waren. Doch die Kneipen am Markt schafften Abhilfe, denn sie hatten alle einen großen Fernseher vor die Tür gestellt, dessen Bild zumindest in der ersten Halbzeit deutlich kontrastreicher erschien. Aber da in den ersten 45 Minuten ohnehin kein Tor gefallen war, hatte man zumindest visuell nichts verpasst.

Dass die Ghanaer es der deutschen Mannschaft so schwer machen würden – damit hatte keiner gerechnet. „Fehlt nur noch, dass die Afrikaner ein Überraschungstor machen“, sagte Vera, die in Homburg Medizin studiert und mit ihrer Freundin auf den Historischen Marktplatz gekommen war. Wie immer war ein bunt gemischtes Publikum zum großen Homburger Fußballfest erschienen: Omas mit Enkeln, Väter mit Söhnen, lockere Gruppen, die aus vielen Freundinnen und Freunden bestanden – und natürlich einige Homburger Geschäftsleute, die nach Ladenschluss nicht nach Hause fuhren, sondern sich erst einmal gemächlich ein kühles Getränk bestellten, um dann aufs große Ereignis anzustoßen. Auch mehrere Mitarbeiter der Homburger Stadtverwaltung waren gekommen, darunter der Beigeordnete Rüdiger Schneidewind, der nicht nur das Spiel, sondern auch am Erfolg des Public Viewing genoss: „2500 Leute, das ist ein Rekord“, freute er sich, ebenso wie Axel Ulmcke von der Werbegemeinschaft, die das Ganze organisiert hatte. In der Halbzeit stürmten die Fans dann die Eisdielen und die Kebab-Buden, denn sie wollten, wenn schon torlos, so doch nicht appetitlos, in die zweiten 45 Minuten starten.

Inzwischen war es erfreulich dunkler geworden, die Spannung stieg – und just, als die meisten Zuschauer ihren Kebab verputzt hatten, fiel das erste und einzige Tor des Spiels. Zum Glück erst dann, denn die Jubelschreie, die da aus den 2500 Kehlen drangen, hätte man mit vollem Mund nicht geschafft. Es klang wie eine Befreiung – „Wir haben's geschafft!“ sangen mehrere Mädchen und fielen sich um den Hals. Sie hatten sich alle äußerst schick aufgebrezelt. Dass die Jungs dafür leider gar keinen Blick übrig hatten, war gestern Abend wirklich verzeihlich.

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