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Kauflaune: Saarlands Einzelhandel freut sich über volle Kassen

Bundesweit kam der Handel gerade mal auf einen mageren Zuwachs von 1,1 Prozent. Die Saarländer sind offenbar in Kauflaune – und nicht nur sie. Viele Franzosen kommen zum Shoppen über die Grenze.

Daher blickt der saarländische Einzelhandel auch optimistisch auf das laufende Jahr. „Wir hoffen, beim Umsatzwachstum mindestens eine Zwei, mit etwas Glück eine Drei vor dem Komma zu haben“, sagte gestern Hans Agostini, Präsident des Einzelhandelsverbands Saar, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Damit rechnet er wieder mit überdurchschnittlich guten Geschäften.

Für ganz Deutschland prognostiziert die Branche nur ein Plus von 1,5 Prozent. Agostini begründet seine Zuversicht damit, dass „auch weiterhin sehr viel Kaufkraft aus Frankreich in das Saarland rüberschwappt“. Außerdem wirken sich die niedrigen Sparzinsen in Deutschland auf die Konsumlaune aus. „Bei langfristigen Gütern sitzt das Geld recht locker“, sagte Verbands-Vize Andreas Herzer. Die Saarländer tauschen ihr Geld also „lieber gegen schöne Waren“ als sich mit einem Zins zu begnügen, der niedriger liegt als die Teuerungsrate.

Obwohl der Gesamttrend positiv ist, sieht der Verband eine sich öffnende Schere zwischen Gewinnern und Verlierern. „Es ist extremer geworden“, sagt Fabian Schulz, Hauptgeschäftsführer des Verbands. Das zeigt auch die Konjunkturumfrage des Verbands unter seinen Mitgliedern. Demnach melden die Hälfte der Befragten für 2013 höhere Erträge gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr davor waren es nur knapp 40 Prozent. Demnach wuchs die Zahl der Gewinner. Aber es gab eben auch mehr Verlierer. So berichteten in der Umfrage 31,6 Prozent der Einzelhändler, dass ihre Erträge 2013 zurückgegangen waren. In der Befragung vor einem Jahr hatten das nur 24,2 Prozent der Händler gesagt.

Eine große Rolle spielten dabei im vergangenen Jahr die Wetterkapriolen: der lange Winter in den ersten Monaten, der zum Beispiel den Baumärkten das Frühjahrsgeschäft verdarb, die milden Temperaturen am Jahresende, so dass warme Kleidung zum Ladenhüter wurde. „Der Handel ist oft ein Straßencafé“, beschrieb Agostini die Abhängigkeit auch des Handels vom Wetter.

In der Umfrage habe sich auch gezeigt, dass die Kunden Geschäfte in Top-Lagen weiterhin gerne besuchen. Händler in kleineren Städten, erst recht auf dem Land, hätten aber stark zu kämpfen. Agostini drängt deshalb auf einen neuen Landesentwicklungsplan, an dem der Verband gerne mitarbeiten wolle. Herzer forderte, dass solch ein Plan künftig stärker beachtet werden solle als bisher. Immer wieder seien in der Vergangenheit entgegen den Vorgaben des Entwicklungsplans große Handelsansiedlungen vorangetrieben worden. „Das ist die größte Investitionsbremse“, sagte Herzer. Sobald solche Projekte im Raum stehen, schieben nach seiner Beobachtung die Kaufleute vor Ort ihre Investitionen hinaus. Der Handel brauche aber Planungssicherheit.

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