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Köllertaler jubeln: Am Sonntag gilt's gegen England

Köllertal. In Püttlingen ließen sich gestern Abend rund 600 Fußballfans das gemeinsame Fußballschauen auf dem Kardinal-Maurer-Platz nicht entgehen. Die Püttlinger Veranstalter hatten im Laufe der Woche auch ihre Probleme mit dem Licht (beim Serbien-Spiel noch arg störend) bestens in den Griff bekommen. Gut im Bilde war man also schon Mal. Aber würde die Deutsche Nationalmannschaft ihren Geheimplan heute auspacken? Die Musikschul-Rockband hatte eine Stunde zuvor, beim Open Air im Stadtpark (Bericht folgt), noch vom „Masterplan“ gesungen, in der ersten Halbzeit sah es dann noch nicht ganz danach aus. Dabei hatten die Püttlinger Anhänger alles dafür getan: Sich geschminkt, Fußballhüte angezogen, Flagge gezeigt. Es wurde sogar der Versuch unternommen, mit den simplen Vuvuzelas die Nationalhymne mit zu tröten. Herry Weilands Trommeltruppe Djapairu hatte die Congas und andere Trommeln mitgebracht, eine gute Methode, gegen die allgegenwärtige Spannung aktiv etwas zu tun.

Schon gut eine Stunde vor dem Anpfiff war das Kleinspielfeld an der Walpershofer Köllertalhalle bestens gefüllt. Bei Spielbeginn waren es rund 300 Fans, unter denen eine riesen Euphorie herrschte. Richard „Ritchi“ Weisgerber tippte: „Weltmeister werden wir wohl nicht, aber wir gewinnen heute gegen Ghana und kommen weiter.“ Schwerstarbeit hatte das Team vom Friseursalon Heike Fuchs zu verrichten, das alle Fans in den deutschen Farben schmückte: Gesichter wurden angemalt, Haare bunt gesprayt („Ich konnte mich dem auch nicht entziehen“, bemerkte unser Reporter noch, als er seinen Bericht per Mobiltelefon durchgab). Zur Halbzeit jedoch war die Euphorie in Walpershofen einer gewissen Nachdenklichkeit gewichen. Die Fahnen wurden nicht mehr so wild geschwenkt, die Vuvuzelas bliesen leiser. Zuschauer Gerd Theis meinte: „Ich glaube, das wird jetzt eine Zitterpartie.“ Und Teenager Lisa Schäfer forderte die Umstehenden auf: „Los jetzt, wir müssen alle die Daumen drücken“ – was dann ja offenbar auch geholfen hat.

In Riegelsberg herrschte unter den etwa 300 Zuschauern in der ersten Halbzeit ebenfalls gute Stimmung, doch auch hier gab es kritische Anmerkungen. So meinte Selina Weyland (28): „Wir haben zu viele Chancen verspielt, wir haben aber eine gute Abwehr, das packen wir noch. Wir siegen mit 2:1.“

Christoph Klein (16) gab zur Pause gar einen noch gewagteren Tipp ab: „In der ersten Halbzeit haben wir die Chancen nicht genutzt, schwacher Özil, aber trotzdem gewinnen wir noch mit 3:1.“

Jo Maurer (51) zeigte sich in der Pause immer noch guter Dinge, war jedoch etwas über die fehlenden Tore enttäuscht. Sein richtiger Tipp zur Pause: 1:0 für Deutschland!

Veranstalter Stefan La Russa (40) hatte seine ganz eigenen Gründe, die Daumen für den deutschen Sieg zu drücken: „Deutschland könnte etwas mehr machen. Die müssen auf jeden Fall gewinnen, ich will die Leute hier lachen sehen! Mein Tipp ist 1:0 für Deutschland.“ Na, das hat dann ja auch prächtig hingehauen.

Noch zu Beginn der zweiten Halbzeit die Bange Frage an allen drei Schauplätzen: Würde Deutschland erstmals bei einer Weltmeisterschaft schon in der Vorrunde ausscheiden? Das sorgte sichtlich für Nervosität.

Doch dann erstmals der erlösende Jubel 15 Minuten nach Wiederanpfiff! Deutschland führt. Und kurz darauf spricht es sich wie ein Lauffeuer herum: Auch Australien führt in seinem Spiel gegen Serbien, gibt der deutschen Elf Schützenhilfe. Die Stimmung wurde immer gelöster und mündete in . . . ? Na klar, in Autokorsos.

© WhatsBroadcast
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