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Kohlpharma Merzig bietet ab 2011 Elektro-Auto an

73 Prozent an Mia Electric

Warum er sich auf neues Terrain gewagt hat? Weil das Engagement zur Firmenphilosophie passe. Die Kohl-Gruppe ziele mit ihren Angeboten darauf ab, dass sich "alte und kranke Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden versorgen können". Eine Frage sei dabei, wie die Mobilität erhalten werden kann. "Und das E-Mobil ist die Antwort", sagt Edwin Kohl. Zudem "sind wir ein sehr grünes Unternehmen", sagt Kohl und verweist auf die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und die grüne Hausnummer am Firmengebäude, eine Auszeichnung für ökologische Bauweise. Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass im Kerngeschäftsfeld Gesundheit erheblicher politischer Druck besteht.

Nicht zuletzt half wohl auch der Zufall nach. Im vergangenen wollte der Unternehmer für den Außendienst eine Elektroauto-Flotte mit eigener Sonnenstrom-Tankstelle aufbauen. Murat Günak, der frühere VW-Chef-Designer und heutige Geschäftsführer des Mia-Electric-Werks, arbeitete damals bereits an dem Kleinwagen und überzeugte den Saarländer von dem Konzept.

"Ein richtiges Elektro-Auto, kein elektrifiziertes Standard-Auto", schwärmt Kohl. "Der Unterschied zeigt sich auf der Waage." Das Mia-Basismodell wiegt inklusive Fahrer 860 Kilo. Vergleichbare Kleinwagen großer Hersteller kommen auf über eine Tonne. Der Mia sei eben kein schweres "rollendes Wohnzimmer", biete dafür aber andere, leichtgewichtige Annehmlichkeiten wie Navi und Smartphone. Und überzeuge mit niedrigen Verbrauchskosten, so Kohl: Für 1,70 Euro könne man 100 Kilometer weit fahren. Ein vergleichbarer Benziner verschlingt rund neun Euro. Vor der Konkurrenz durch die großen Autobauer ist Kohl offenbar nicht bange, er sieht zumindest einen Nischenmarkt Interessenten gebe es, zum Beispiel Stromversorger, die für ihre Fuhrparks E-Autos suchen.

Ein Haken am Elektroauto sei der "schmutzige Strom", sagt Kohl. Getankt wird in der Regel Strom, der großteils aus Kohle erzeugt wird. Um Mia zu einem echten Öko-Mobil zu machen, will Kohl nicht nur das Auto verkaufen, sondern zugleich Anteile an Windparks. Das sei gut für die Umwelt, und die Erträge aus der Beteiligung deckten die Stromkosten des Autos. Kohl formuliert das werbewirksam so: "Mia-Käufer können umsonst tanken." 

© WhatsBroadcast
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