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Kommunen bleiben hart: Verwaltungsschule für Beamte in SB

Die in Alt-Saarbrücken ansässige Saarländische Verwaltungsschule (SVS) soll spätestens 2016 auf die Burbacher Saarterrassen ziehen – und nicht, wie von der Landesregierung gewünscht, auf das Gelände des früheren Bergwerks Göttelborn. Diese Entscheidung setzten die Kommunen und Landkreise im Leitungsgremium der Schule mit Verweis auf die bessere Anbindung der Saarterrassen an Bus und Bahn durch. In Göttelborn ist seit 2012 die Fachhochschule für Verwaltung (FHSV) untergebracht, an der angehende Beamte des gehobenen Dienstes des Landes, der Kommunen und der Kreise studieren.

Nun wollte das Land auch die Ausbildung der Beamten des mittleren Dienstes und der Verwaltungsfachangestellten in der Verwaltungsschule dorthin umsiedeln. Damit hätte sich „eine einmalige Chance ergeben, um dort durch eine räumliche und fachliche Kooperation zwischen FHSV und SVS ein leistungsfähiges und modernes Kompetenzzentrum für die Aus- und Fortbildung für den öffentlichen Dienst von Land und Kommunen zu entwickeln“, heißt es im Innenministerium. Das Ressort verweist beispielsweise auf Synergien bei der Nutzung der Bibliothek und der Seminarräume sowie bei der Gewinnung und Weiterqualifizierung von Dozenten. Man respektiere aber selbstverständlich die Entscheidung für die Saarterrassen.

Seit 1995 ist die Schule in der Saarbrücker Heuduckstraße in der Nähe der Ludwigskirche untergebracht. Weil der Raum dort knapp ist, müssen für das Fortbildungsangebot der Schule bereits externe Räume angemietet werden. Dies führe „zu erheblichen finanziellen und organisatorischen Mehrbelastungen“, klagt die Geschäftsführerin der Schule, Barbara Beckmann-Roh. Bereits Ende 2012 hatte sie daher vom Leitungsgremium der Schule (Verbandsausschuss) den Auftrag erhalten, Ausschau nach neuen Büro- und Unterrichtsräumen zu halten.

Die Industriekultur Saar (IKS) bot einen Lehr- und Bürokomplex in Göttelborn an, die stadteigene Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) ein 2001 errichtetes Schulungsgebäude auf den Saarterrassen (Konrad-Zuse-Straße 5).

Im zehnköpfigen Verbandsausschuss, in dem das Land, die Kommunen und die Kreise vertreten sind, kam es bereits am 19. November 2013 zu einer Debatte über den Standort. In einer Abstimmung setzten Kommunen und Landkreise schließlich durch, das Schulungsgebäude auf den Saarterrassen ab 1. Januar 2016 anzumieten. Den Ausschlag gab nach übereinstimmenden Angaben die bessere Verkehrsanbindung der Saarterrassen. „Während der Campus Göttelborn durch die Autobahnanbindung an die A.1 und A.8 mit dem Pkw hervorragend zu erreichen ist, ist seine Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr unbefriedigend“, erklärte Beckmann-Roh. Das Gebäude auf den Saarterrassen sei hingegen von den Haltestellen der Bahn und der Busse zu Fuß gut zu erreichen.

Nach einer Erhebung kommt fast jeder dritte Schüler ohne Auto zu den Lehrgängen, viele sind minderjährig und haben noch gar keinen Führerschein. Auch sehbehinderte und blinde Lehrgangsteilnehmer seien auf den ÖPNV angewiesen. Für den Weg aus den Gemeinden nach Göttelborn errechnete Beckmann-Roh eine durchschnittliche Fahrzeit mit Bus und Bahn von 1:26 Stunden; von Perl aus benötige man gar drei Stunden.

Der Umzug soll spätestens 2016 über die Bühne gehen – falls der Mietvertrag früher aufgelöst werden kann, auch schon eher. Der Fortbildungsbereich soll bereits nach Ostern 2014 auf die Saarterrassen ziehen. Für die Ewigkeit sei die Standort-Entscheidung aber nicht, sondern zunächst für zehn Jahre. „Wenn bis dahin die ÖPNV-Anbindung in Göttelborn besser geworden sein sollte“, sagt Beckmann-Roh, „ist die Ausgangslage eine andere.“
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