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Konjunktureinbruch: DGB-Saar verliert immer mehr Mitglieder

Saarbrücken. Der Mitgliederschwund beim DGB Saar hat sich wieder beschleunigt. Wie DGB-Chef Eugen Roth mitteilte, hatte der Gewerkschaftsdachverband im Saarland Ende 2009 genau 138391 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es noch 141654. Das entspricht einem Rückgang um 2,3 Prozent und ist damit der stärkste Aderlass seit 2004. 2008 war der langjährige Abwärtstrend mit einem Rückgang um 0,26 Prozent gegenüber dem Jahr 2007 fast zum Stillstand gekommen. 2007 hatte der Mitgliederrückgang gegenüber dem Vorjahr 1,1 Prozent betragen, 2006 rund 1,5 Prozent, davor 2,2 Prozent und im Jahr 2004 rund 4,8 Prozent.

 Zahlen für das Saarland schlechter als die für ganz Deutschland

Zugleich sind die aktuellen Zahlen für das Saarland schlechter als die für ganz Deutschland: Bundesweit betrug der Mitgliederrückgang im vorigen Jahr 1,7 Prozent. Den stärksten Verlust mussten im Saarland die Gewerkschaften Transnet mit einem Minus von 5,5 Prozent und IG Bergbau, Chemie, Energie mit einem einer Abnahme um 4,6 Prozent hinnehmen. Aber auch die IG Metall als mitgliederstärkste Gewerkschaft, die in den Jahren 2007 und 2008 ihre Mitgliederzahl sogar leicht hatte steigern können, musste diesmal wieder einen Rückgang hinnehmen, und zwar um 1,6 Prozent. Einen Zuwachs dagegen verzeichneten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in der vor allem Lehrer organisiert sind, mit einem Plus von etwa 3,5 Prozent sowie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit einem Zuwachs von rund 3,4 Prozent. Der Gewerkschaftsexperte Oliver Stettes vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln verwies darauf, dass GEW und GdP Beschäftigte im öffentlichen Dienst organisierten. Dieser sei weniger konjunktursensibel als die Privatwirtschaft, in der es im vorigen Jahr zu einem Konjunktureinbruch gekommen war. Zudem handle es sich bei beiden um kleinere Gewerkschaften, die sich auf eine Berufsgruppe konzentrierten und mit denen sich die Mitglieder daher besser identifizieren könnten als mit einer Großgewerkschaft.

Nach Angaben der Arbeitskammer verzeichnete das Saarland im vorigen Jahr bei der Zahl der Erwerbstätigen mit einem Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den zweithöchsten Rückgang aller Bundesländer. Experten führen dies auf den Konjunktureinbruch zurück, der im Saarland stärker zu Buche schlug als im Bundesdurchschnitt. Eine geringere Erwerbstätigkeit zieht häufig Mitgliederverluste bei Gewerkschaften nach sich.

HINTERGRUND


Das Saarland hat ab 2014 keinen „DGB-Landesvorsitzenden“ mehr, sondern einen „Leiter der DGB-Landesvertretung“. Das sieht die neue Satzung des DGB vor, die auf dem Bundeskongress beschlossen wurde. Die Amtsperiode von Landeschef Eugen Roth läuft bis 2014. Dann soll ein „Vertreter“ des DGB bei der Saar-Regierung vom Bezirksvorstand West mit Sitz in Mainz „benannt“ werden. Die „Wahl“ durch eine Landeskonferenz des DGB Saar ist nicht vorgesehen, die Satzung schließt sie aber auch nicht aus. Der Bezirk West legt „die Form der Koordinierung der Arbeit der Landesvertretungen mit den Gewerkschaften“ selbst fest. nof

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