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Kramp-Karrenbauer gegen Internetsperren

Avignon/Saarbrücken. Eine Verletzung des Urheberrechts ist kein Spaß – das hat die Tochter des kürzlich verstorbenen Loriot dieser Tage noch einmal klargemacht. Vor dem Landgericht Berlin erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen die Internetseite Wikipedia, die im Internet Briefmarken mit Motiven des Humoristen veröffentlicht hatte – ohne Zustimmung. Dass der Schutz der Urheberrechte für alle Künstler von großer Bedeutung ist, machte gestern auf dem erweiterten G8- Gipfel in Avignon auch der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff deutlich. Eindringlich warb er vor Kulturministern und Gesandten aus 19 Ländern sowie der EU und der Unesco für den Schutz dieser Rechte.

Die deutsche Position vertrat die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die in ihrer Funktion als deutschfranzösische Kulturbeauftragte der Bundesrepublik Deutschland an dem Gipfel teilnahm. Und bei ihr fand Schlöndorff Gehör: „Alle Beteiligten haben noch einmal klargemacht, dass sie zum Urheberrecht stehen. Dazu gibt es einen ganz breiten internationalen Konsens“, sagte Kramp-Karrenbauer unserer Zeitung. Allerdings zeichneten sich bei dem internationalen Meinungsaustausch zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen zum Schutz des Urheberrechts im Internet ab. „Länder wie Frankreich gehen repressiver vor und verhängen bei mehrmaligen Verstößen Internetsperren, während Länder wie Deutschland einen liberaleren Ansatz suchen“, sagte Kramp-Karrenbauer.



Sie selbst hält den Weg von Internetsperren für „falsch“. Vielmehr müsse man auf eine verstärkte Medienbildung setzen, um Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen. Diese Medienbildung sollte möglichst früh – nämlich schon in den Schulen – beginnen. „Je früher die Kinder lernen, mit digitalen Medien umzugehen, sie zu nutzen und dabei die Rechte anderer zu respektieren und zu wahren, umso selbstverständlicher wird es ihnen auch, Urheberrechte und andere Schutzrechte zu achten“, sagte Kramp- Karrenbauer. Zweites großes Thema war die Digitalisierung von Kulturgütern. Auch in dieser Frage sei auf dem Gipfel sehr deutlich geworden, „dass unser gemeinsames Ziel es ist, den freien, öffentlichen Zugang zu erhalten“. Die Geschäftspraxis von Google wurde allgemein verurteilt. Google digitalisiert kostenlos, erwirbt dann die Rechte an Kulturgütern und verlangt für die Nutzung dann Geld. Loriot würde sich im Grabe umdrehen.

© WhatsBroadcast
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