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Krankenkassen: Auch im Saarland werden Fusionsgespräche geführt

Saarbrücken. Die gesetzlichen Krankenkassen im Deutschland stehen vor einer großen Fusionswelle. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geht davon aus, dass von den aktuell 166 gesetzlichen Krankenkassen in den kommenden drei Jahren rund 50 Kassen verschwinden werden. Allein zu Beginn des Jahres gab es zwölf Fusionen. Unter anderem ist durch den Zusammenschluss von Barmer und GEK die größte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland entstanden.

Auch im Saarland Fusionsgespräche mehrere Kassen

Auch im Saarland gibt es Gespräche über Fusionen. Die AOK im Saarland verhandelt ebenso mit der AOK Rheinland-Pfalz über einen möglichen Zusammenschluss wie auch mit der IKK. „Es ist klar, dass im Moment überall gesprochen wird“, sagt Bruno Krüger, Vorstand der AOK an der Saar. Und Walter Bockemühl, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland-Pfalz, bestätigt: „Fakt ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen im Moment im Fluss sind. Wir stehen angesichts der Entwicklungen in Berlin vor besonderen Herausforderungen.“

Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen haben den Fusionsdruck deutlich verstärkt. Seit der Einführung des Gesundheitsfonds erheben die Kassen 14,9 Prozent des Bruttoeinkommens als Beitrag. Steigende Krankheitskosten können nun nicht mehr über einen höheren Beitragssatz abgedeckt werden. Stattdessen müssen defizitäre Krankenkassen einen unpopulären Zusatzbeitrag erheben. Die Kassen versuchen nun, über den Zusammenschluss mit anderen Kassen an Größe und damit auch an Profitabilität zu gewinnen.
Obwohl noch alles offen ist, sieht Gesundheitsminister Georg Weißweiler (FDP) einen Zusammenschluss von AOK und IKK im Land als eine Kombination, „die wir von unserer Seite aus begrüßen würden“. Er hält es für gut, dass die Kassen bereits zu einem Zeitpunkt den Kontakt suchen, wo sie noch Herr des Verfahrens sind.

IKK: Verfahren wird sich wohl noch hinziehen

IKK-Vorstand Frank Spaniol allerdings geht davon aus, dass sich das Verfahren noch länger hinziehen wird. „Schnelle Abschlüsse sind nicht zu erwarten.“ Laut Spaniol spricht die IKK neben der AOK unter anderem auch mit der IKK Baden-Württemberg und mit der IKK Westfalen über mögliche Kooperationen. „Der Blumenstrauß ist groß.“

Bockemühl geht davon aus, dass Abschlüsse nicht vor dem Abschluss der Sozialwahlen Mitte des kommenden Jahres zu erwarten sind. „Ich gehe nicht davon aus, dass in den letzten Monaten der sechsjährigen Legislaturperiode so wichtige Entscheidungen getroffen werden, ohne die neue Selbstverwaltung mit uns Boot zu holen.“ Umgekehrt erwartet er, dass sich dann nach den Wahlen der Fusionsprozess „dramatisch beschleunigen wird“.

AOK-Chef Krüger wird die Fusion nicht mehr in dieser Funktion erleben. Er scheidet Ende Juni nach dreijähriger Amtszeit aus: „Mein Ziel, die wirtschaftliche Stabilisierun der AOK, ist erreicht.“
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