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Kühlmittel statt Diesel - dieser Mann wurde Opfer des Tankdeckel-Knackers

Den Tankdeckel wie an diesem Wagen soll ein 36-Jähriger an Christian Butterbachs Audi A 3 aufgebrochen, Diesel abgetankt und eine grüne Brühe eingefüllt haben. Foto: Zimmermann

Den Tankdeckel wie an diesem Wagen soll ein 36-Jähriger an Christian Butterbachs Audi A 3 aufgebrochen, Diesel abgetankt und eine grüne Brühe eingefüllt haben. Foto: Zimmermann

Sein teurer, sportlicher Wagen: erst zwei Jahre auf den Reifen, schon ein akuter Fall für die Werkstatt. Ohne im Vorfeld auch nur im geringsten gemuckt zu haben. Da geht was nicht mit rechten Dingen zu. Stimmt. Aber davon ging Christian Butterbach zuerst gar nicht aus. Wenig später stellte sich heraus: Das wird eine teure Angelegenheit.

Denn der 28-Jährige war das erste Opfer eines Tankdeckel-Knackers, der von Mitte November mit Unterbrechung bis Ende August in der Gemeinde Nonnweiler und Umgebung bis nach Rheinland-Pfalz sein Unwesen trieb. Er zapfte Sprit ab. Doch damit nicht genug. Anstelle des Kraftstoffs füllte er teils unidentifizierbare Ersatzstoffe nach, die die Motoren ruinierten (wir berichteten).

So auch bei Butterbach. Mitte November traf es seinen silberfarbenen Audi-A3. „Meine Freundin war am Abend zuvor noch an den Nonnweiler Stausee zum Joggen gefahren“, berichtet der Otzenhauser. Da schien noch alles paletti. Dann am nächsten Morgen das böse Erwachen: Der Serviceberater bei einem St. Wendeler Autohaus wollte sich auf den Weg zur Arbeit machen. Er stieg in den Wagen, der im Hof seines Hauses parkte. „Nach 100 Metern ging der Motor aus.“ Schlagartig. Butterbach dachte noch, der Wagen ziehe vielleicht Luft statt Diesel in den Motor. Ließ das Auto bergab zurück auf sein Grundstück rollen. Er rief Kollegen der Firmenwerkstatt in Birkenfeld an, die den Audi abschleppten. Bis dahin war ihm gar nicht aufgefallen, dass der Tankdeckel beschädigt war. Ein Werkstatt-Mitarbeiter fragte ihn ironisch und als Autobegeisterter schon etwas an der Ehre greifend: „Hascht Du da etwa Perwoll getankt?“ Auslöser für diese Bemerkung: Normalerweise hat Diesel eine goldene Farbe. Das Zeug allerdings, was sich in seinem Tank befand, war grünlich, ähnlich der Farbe diverser Weichspüler. Später stellte sich laut des Geschädigten heraus: „Es handelte sich um Kühlmittel, wie es in Baumaschinen verwendet wird.“

Der Motor war hinüber, Reparaturkosten: 7064 Euro und 52 Cent. „Anfangs war nicht klar, ob die Versicherung zahlt“, berichtet der Autohausangestellte. Denn einige Klauseln schlössen aus, in solchen Fällen einzuspringen. Acht Wochen ging's mit Fahrgemeinschaften zum Dienst. Ab und zu mal mit einem Vorführwagen. Denn Butterbach hatte nicht die Summe parat und wollte auch nicht ungewiss in Vorlage treten. „Mittlerweile hat die Versicherung bezahlt, erkundigt sich aber regelmäßig, ob die Polizei den Täter gefasst hat.“

Das hat sie. 21 Fälle lasten Ermittler einem 36-Jährigen an, der sich zeitweise in seine erste Heimat Polen absetzte. Dann kehrte er zurück, soll laut Polizei nach gleicher Masche weitere Wagen stillgelegt haben. Die Schadenssummen variierten zwischen einigen 100 bis über 7000 Euro.

Dann fiel der Mann einem Oberthaler auf. Vielmehr das Auto mit polnischem Kennzeichen. Es stand an einem Waldrand, sein Besitzer lebte wohl darin, mangels festen Wohnsitzes.

Bisher schweigt der mutmaßliche Täter, sagt die Polizei . So ist unklar, warum es der Tankknacker nicht dabei beließ, den Sprit zu klauen, sondern die Tanks mit diversen Stoffen auffüllte. Ob er sich dazu am Donnerstag äußert, wenn um 9 Uhr der Prozess am St. Wendeler Amtsgericht beginnt, bleibt abzuwarten.  
© WhatsBroadcast
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