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Lärm und Müll - Bewohner der Frankenstraße ärgern sich über Roma-Familien

Der Hinterhof des Kulturzentrums Breite 63 - hier fand eine Informationsveranstaltung für die Anwohner aus der Frankenstraße statt.

Der Hinterhof des Kulturzentrums Breite 63 - hier fand eine Informationsveranstaltung für die Anwohner aus der Frankenstraße statt.

„Wir üben Normalität“ nennt Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz ( SPD ) den Versuch der Stadt, die Probleme in der Frankenstraße in Malstatt zu lösen. Alteingesessene Bewohner klagen über Lärm und Schmutz und tragen sich mit dem Gedanken, wegzuziehen. Ursprung allen Ärgers sind zwei Mehrfamilienhäuser , die an Roma-Familien vermietet sind. Hier leben Schätzungen zufolge dreimal soviel Menschen wie hier leben sollten. Genaue Zahlen kennt niemand, es kommt oft Besuch, abends trifft man sich auf der engen Straße. Die Nachbarn klagen, auch bei geschlossenen Fenstern könnten sie abends in ihren Wohnungen nicht ungestört fernsehen. Der Lärm war denn auch ein großes Thema bei einer Informationsveranstaltung der Stadt gestern im Kulturzentrum Breite 63.

An die 100 Malstatter kamen, etliche machten einfach nur ihrem Ärger Luft: „Es ist zu laut, zu dreckig, zu unsicher.“ Andere differenzierten: „Ich habe nichts gegen die Roma , aber ich will meine Ruhe.“ Wieder andere wollten auch die Vermieter der Wohnungen nicht aus der Verantwortung lassen: „Hausbesitzer müssen sich kümmern, man kann nicht alle Schuld der Stadt geben.“ Die meisten allerdings nahmen die Stadt in die Pflicht; die aber hat nicht für alle Roma , die aus der Frankenstraße weg wollen, andere Wohnungen. Einer der Gründe: Viele Hausbesitzer wollen nicht an Roma vermieten. Das spüren auch die Roma-Frauen, die zur Versammlung gekommen waren. Sie haben Arbeit, sie wollen sich mit denen, die nachts lärmen und den Müll aus dem vierten Stock in den Hinterhof schmeißen, nicht vergleichen lassen. Rodica Wollscheid, gebürtige Rumänin, ging für sie ans Mikrofon. Sie hat seit langem schon eine wichtige Vermittlerrolle. Roma , erklärte sie, besuchten sich gerne, das sei ihr „Halt“. Die übrigen Familien in der Frankenstraße aber wollen Ruhe und sich rund um die Uhr sicher fühlen. Garantieren kann ihnen das nicht einmal die Polizei , die oft gerufen wird.

Die Versammlung am gestrigen Abend brachte Ärger, Wut, Ablehnung und Vorbehalte ans Licht. Eine Lösung konnte in zwei Stunden erwartungsgemäß nicht gefunden werden. Ein Ziel hatte Bürgermeister Latz schon zu Beginn formuliert: Man wolle mit denen zusammenarbeiten, die auch gegen Lärm und Schmutz seien und einer Arbeit nachgingen und die anderen „in die Obhut der Polizei übergeben“.

© WhatsBroadcast
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