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Liebeskummer oder miese Noten: Kinderschutzbund Saar hilft Kindern und Eltern

Saarbrücken. Eine verpatzte Klassenarbeit, ein mieses Schulzeugnis, der erste Liebeskummer oder Probleme im Elternhaus – es sind nur einige Beispiele dafür, wenn Kinder und Jugendliche sich mit schwierigen Situationen überfordert fühlen. Eine Möglichkeit, ihre Probleme los zu werden, ist die „Nummer gegen Kummer“, ein Angebot, das der Kinderschutzbund, Ortsverband Saarbrücken, bereits seit 1993 vorhält. Doch die geschulten Mitarbeiter kümmern sich nicht nur um die Ängste und Sorgen von Kindern und Jugendlichen, auch die Erwachsenen bekommen am Elterntelefon Rat und Hilfe – ein Angebot, das allerdings noch zu wenig angenommen wird, wie Gertrud Ecker,  Vorsitzende des Ortsverbandes, erläutert.

 Anonymität ist oberstes Gebot

Das oberste Gebot des Kinderschutzbundes bei ihrem Angebot lautet: Anonymität. Die Anrufer brauchen weder ihren Namen, ihr Geschlecht noch ihren Wohnort zu nennen. „Und dennoch liegt die Herausforderung für uns darin, möglichst viel über den Anrufer herauszufinden, um die entsprechenden Fragen stellen zu können“, betont Ecker. 2600 Kinder und Jugendliche haben sich 2009 an den Kinderschutzbund gewandt, 74 Prozent suchten Hilfe bei der Bewältigung ihrer Probleme, 18 Prozent hatten das Bedürfnis, sich einfach auszusprechen, acht Prozent ließen sich nur allgemein informieren. Die meisten Anrufer sind zwischen 13 und 15 Jahre alt. Sexualität, Partnerschaft und Liebe sind dabei die häufigsten Probleme. 60 Prozent Mädchen, 39 Prozent Jungs rufen an, bei knapp einem Prozent können die Mitarbeiter nicht zuordnen, um welches Geschlecht es sich handelt.

27 ehrenamtliche Mitarbeiter

„Die Schweigeanrufe sind die schwierigsten Fälle“, unterstreicht die Vorsitzende. Diese Anrufer sagen nichts, legen aber auch nicht auf. „Wir müssen hier versuchen, uns ihnen anzunähern, bieten ihnen an, ohne zu sprechen doch zu kommunizieren, wie zum Beispiel über Klopfzeichen“, sagt Ecker. Um für das Telefon fit zu sein, lassen sich die Mitarbeiter in 100 Unterrichtsstunden ausbilden. 27 Ehrenamtliche sind für das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ zuständig, und zwölf Jugendliche lassen sich für das Jugend-Telefon „Jugendliche beraten Jugendliche (JbJ)“ ausbilden. Dieses Angebot besteht in Saarbrücken seit 2007. Hier stehen Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren jeden Samstag Jugendlichen als Gesprächspartner zur Verfügung. Beratung und Anruf ist kostenlos. Kleines Manko: Gebührenfrei sind nur die Anrufe aus dem Festnetz heraus und von den Regionen aus, in denen es Jugendberatungsteams gibt. Das Jugendtelefon ist bundesweit vernetzt. Ist die Beratungsstelle in Saarbrücken nicht besetzt, wird der Anruf automatisch weitergeleitet. 417 Jugendliche suchten im vorigen Jahr über diesen Weg Rat und Hilfe, davon kam es bei 97 Anrufern zu intensiven Beratungsgesprächen. Partnerschaft und Liebe gehörten hier zu den häufigsten Problemen, gefolgt von Freunde und Sexualität.

Auch Erwachsene suchen Rat

Wie gehen Eltern mit Problemen ihrer Kinder um? „39,5 Prozent aller Anrufer sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert“, betont Ecker. Das Elterntelefon bietet hier Hilfe zur Selbsthilfe. Der Kinderschutzbund kümmert sich aber auch um Probleme und Ängste bei Konflikten in der Partnerschaft. „Darauf sind die Berater intensiv vorbereitet worden“, hebt die Vorsitzende hervor. Während des Beratungsgespräches – ob bei Erwachsenen oder bei Kindern und Jugendlichen – haben die Berater die Möglichkeit, auf ein Netzwerk mit allen wichtigen Adressen und Informationen zu den häufigsten Problemfällen zurückzugreifen. Die Zahl der ratsuchenden Erwachsenen ist im Vergleich zum Jahr 2008 etwas zurückgegangen. Waren es damals noch 673 Anrufer, so meldeten sich im vergangenen Jahr 553 Erwachsene.

Hintergrund

Der Kinderschutzbund bietet Menschen jedes Alters telefonischen Rat an. Die „Nummer gegen Kummer“ für Minderjährige lautet (08 00) 111 03 33 und (08 00) 111 61 11. Sie ist montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr geschaltet. „Jugendliche beraten Jugendliche“ samstags von 15 bis 19 Uhr unter Tel. (08 00) 111 03 33. Das Angebot für Eltern besteht montags bis freitags zwischen neun und elf Uhr, dienstags und donnerstags auch von 17 bis 19 Uhr. Tel. (08 00) 111 05 50. hth

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