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Linien-Boote auf der Saar: Initiative will Saarbrücken so attraktiver machen

In Venedig und in Rotterdam ist es normal, sich übers Wasser durch die Stadt zu bewegen, in Saarbrückens Partnerstadt Nantes auch. Architektur-Professor Stefan Ochs hält einen Saar-Bus für rentabel.

In Venedig und in Rotterdam ist es normal, sich übers Wasser durch die Stadt zu bewegen, in Saarbrückens Partnerstadt Nantes auch. Architektur-Professor Stefan Ochs hält einen Saar-Bus für rentabel.

Das sieht auch ein Verein so, der sich genau so nennt: „Für Saarbrücken“. Dieser Verein, geführt von Rechtsanwalt Ulrich Stopp, stellt Ochs 15 000 bis 16 000 Euro zur Verfügung, um in einer Machbarkeitsstudie zu klären, wie die Idee Wirklichkeit werden kann.

Saarbrücken - dem Niedergang geweiht?

Deshalb machen sie Geld locker für „Saarlang“. „Es geht nicht nur darum, Menschen von A nach B zu transportieren. Es geht auch darum, interessante Punkte in der Stadt zu entwickeln“, erklärt Stopp. Mit diesem Konzept habe Professor Ochs den Verein nicht nur überzeugt, sondern regelrecht begeistert.

„Urbane Intervention“ nennt Stefan Ochs das, was er mit „Saarlang“ vorhat. Zwei Schiffe, die zwischen dem Bürgerpark in Malstatt und der Brücke am Kraftwerk Römerbrücke pendeln, könnten Saarbrücken verändern. Zum einen die Orte, an denen die Schiffe halten. Orte, die sich womöglich durch die neue Art der Erreichbarkeit verändern. Orte, an denen sich womöglich künftig Dinge abspielen, an die zurzeit noch niemand denkt.

Die „Saarlang“-Linie könnte auch die Verkehrswege verändern. Wenn zum Beispiel an den Kopfhaltestellen Parkhäuser gebaut würden, könnten Autos von Berufspendlern aus der Stadt herausgehalten werden. Mit den Schiffen sind alle wichtigen Punkte von dort aus schneller zu erreichen, als mit dem Bus oder dem Auto, sagt Ochs.

Vor allem sind die wichtigsten Ziele in der Stadt mit den Schiffen auf angenehme Weise zu erreichen. Menschen, die womöglich nie auf die Idee kämen, auf den Bus oder die Saarbahn umzusteigen, könnten den Wasserbus als Alternative sehen. Bei Touristen kommt Bewegung auf dem Wasser sowieso gut an. Und umweltfreundlicher als Autos und Busse seien die Solar- oder Erdgasboote auch.

Die Machbarkeitsstudie soll klären, was in die Infrastruktur investiert werden müsste. Das Team von Ochs' Architekturbüro prüft zurzeit unter anderem, wie das Ufer an den Stellen beschaffen ist, an denen Haltestellen wünschenswert sind. Diese Studie ist wichtig, um Investoren zu überzeugen. Gesucht werden nicht nur ein Betreiber für die Linie, sondern auch „Paten“, die Haltestellen finanzieren und so „ihr“ Ufer und den Zugang zu „ihrem“ Stadtteil attraktiv machen. Der Betrieb der Linie wird sich rechnen, sagt Ochs. Und Saarbrücken hätte mit der Wasserverbindung eine Attraktion, die nicht nur Touristen freut, sondern die Stadt auch als Ort zum Leben interessant macht. Verrückt? Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft schwärmen am Freitag aus, um dazu die Meinung der Bürger zu erfahren.

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