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Losheimer Tierkadaver entfachen Tierschutz-Debatte

Ein Landwirt muss seine Tiere regelmäßig im Auge haben und versorgen - sonst kann es zu tragischen Vorfällen wie in Losheim kommen. Dort waren mehrere Tierkadaver - unter anderem eine Mutterkuh mit Kälbchen - auf einer Weide gefunden worden (Symbolfoto).

Ein Landwirt muss seine Tiere regelmäßig im Auge haben und versorgen - sonst kann es zu tragischen Vorfällen wie in Losheim kommen. Dort waren mehrere Tierkadaver - unter anderem eine Mutterkuh mit Kälbchen - auf einer Weide gefunden worden (Symbolfoto).

Saarbrücken. Der Bauernverband des Saarlandes hat sich befremdet über die berichteten Zustände auf einem Losheimer Bauernhof geäußert, wo in den letzten Tagen mindestens fünf Rinderkadaver gefunden wurden. Der Geschäftsführer des Bauernverbandes, Hans Lauer, sagte, wenn hier – wie berichtet – verendete Tiere nicht ordnungsgemäß entsorgt wurden, verurteile das der Verband. Die berichteten Vorfälle seien auch deshalb unverständlich, weil es eine Tierkörperbeseitigungsanstalt gebe, wo der Landwirt solche Kadaver kostenlos beseitigen lassen könne.

Lauer äußerte sich verwundert darüber, dass der Losheimer Landwirt seine Tiere nicht jeden Abend nachgezählt hat. In der Milchviehhaltung kenne ein Bauer seine Tiere. Auch bei der Mutterkuhhaltung müsse er alle täglich begutachten. Dies gelte erst recht für die Abkalbezeit. Der Halter müsse mindestens einmal am Tag Augenkontakt zu allen Tieren haben.

Auf dem Weidegelände in Losheim war eine Kuh neben ihrem Kälbchen verendet. Darüber hinaus wurden Kadaver und Skelette von mindestens drei weiteren Rindern gefunden. Das Gelände ist unwegsam und abschüssig. Lauer sagte , es gebe keine Vorschrift, wonach ab einem bestimmten Gefälle auf einer Wiese keine Rinder weiden dürften. Generell sei aber zu berücksichtigen, dass Milchkühe nicht so geländegängig seien wie Angus-Sorten.

Laut Lauer gibt es in der Landwirtschaft sowohl angemeldete als auch unangemeldete Kontrollen des Landesamtes für Agrarwirtschaft und Landentwicklung (LAL) sowie des für das Veterinärwesen zuständigen Landesamts für Gesundheit und Verbraucherschutz (LGV). Im Schnitt sei auf jedem Hof mindestens eine Kontrolle jährlich zu erwarten. Wie die Sprecherin des für den Tierschutz zuständigen Umweltministeriums, Sabine Schorr, mitteilte, finden unangemeldete Kontrollen in der Regel statt, wenn es Hinweise auf Tierschutzverstöße gibt. Sie kündigte an, dass das Umweltministerium morgen gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium, das die Dienstaufsicht über das LGV hat, eine Präventionsstrategie entwickeln wolle, um künftige Tierschutzverstöße zu verhindern. Dabei gehe es um das amtliche Kontrollsystem.

Nach Regierungsangaben werden Mitarbeiter des LGV sowie des LAL, das dem Wirtschaftsministerium untersteht, heute erneut auf dem Hof im Losheimer Ortsteil Wahlen präsent sein. Bei dieser Betriebsbesichtigung wird auch der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Sebastian Pini (FDP), dabei sein, um sich persönlich ein Bild von dem Hof zu machen. Aus Tierschützerkreisen verlautete, dass am Montagabend nach 21 Uhr ein Viehtransporter mit Rindern den Hof verlassen haben soll.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Gisela Kolb teilte der SZ mit, dass ihre Fraktion einen Bericht der Landesregierung zu den Vorfällen in Losheim im Landtag beantragt habe. Die Kadaverfunde machten sie „wütend“, sagte Kolb der SZ. Sie hätte nach den Vorgängen von Eft-Hellendorf, wo einem Bauern im vorigen Jahr Rinder wegen übler Haltungsbedingungen von Amts wegen weggenommen wurden, eigentlich erwartet, dass der amtliche Vollzug der Tierschutz-Kontrollen im Saarland jetzt funktioniere.

Kolb unterstrich, sie schätze die ehrenamtliche Arbeit der Menschen für Tierrechte und des Tierschutzbundes sehr. Es könne aber nicht sein, dass ehrenamtliche Tierschützer staatliche Überwachungsfunktionen wahrnehmen müssten, weil sich staatliche Stellen von solchen Aufgaben zurückzögen oder nicht genug Personal für solche Aufgaben vorhielten.

© WhatsBroadcast
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