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Mann (61) verübt Blutrache vor der Polizeiwache

 Er hatte den Freund seiner Tochter (17) niedergestochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen versuchten Totschlags angeklagt und fünf Jahre Haft gefordert.

Es war ein Racheakt. Der Kosovo-Albaner, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt, wollte die verletzte Familienehre wiederherstellen. Seine über alles geliebte Tochter, das Nesthäkchen,

war mit ihrem vier Jahre älteren Freund, den sie zwei Jahre zuvor über das Internet kennen gelernt hat, durchgebrannt. Die beiden jungen Leute wollten heiraten, planten eine gemeinsame Zukunft in Bernkastel-Kues, wo der Freund, ebenfalls ein Kosovare, mit seiner Familie lebt. Das wollte ihr Vater verhindern. Der Freund sei nicht gut für seine Tochter sei, gehöre zu einem anderem Volksstamm der Kosovaren.

Am 20. Juli 2008 kam es dann zum Zusammentreffen der beiden Familien. Der Freund (damals 21), sein Vater, sein Onkel und seine Freundin wollten gerade bei der Polizei in Bernkastel-Kues melden, dass die als vermisst geltende 17-Jährige bei ihnen sei, als der VW Golf mit den Eltern des Mädchens vor die Wache gefahren kam.

Der Bruder der jungen Frau soll versucht haben, seine Schwester in den Wagen zu zerren. Dann kam es zur Rangelei zwischen den Familien. Der Angeklagte zückte ein Klappmesser mit einer neun Zentimeter langen Klinge und ging damit auf den Freund seiner Tochter los.

Der wurde bei der Attacke schwer verletzt, nur um Millimeter verfehlte der Stich die Niere. Während die Staatsanwaltschaft davon ausging, dass der vierfache Vater den Freund töten gab es während des Prozesses dafür nicht genügend Beweise. Das Urteil lautete auf gefährliche Körperverletzung statt versuchten Totschlags – wie vom Staatsanwalt gefordert.

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