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Missbrauchs-Fälle: Skandal an St. Wendeler Schule weitet sich aus

St. Wendel. Die Zahl der Hinweise auf sexuellen Missbrauch am Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) in St. Wendel steigt. Gleichzeitig weitet sich der zeitliche Umfang mutmaßlicher Übergriffe aus. Tamara Häußler-Eisenmann, Pressereferentin des für die Schule zuständigen Ordens Steyler Missionare in St..Augustin/Nordrhein-Westfalen: „Mittlerweile gehen wir davon aus, dass sich die Vorfälle von Ende der 70er-Jahre bis 1984 ereigneten.“ Bislang war von 1982 bis 1984 die Rede gewesen.

Bis gestern sollen sich wegen sexueller Übegriffe durch einen Pater zwölf ehemalige Schüler an die Provinzleitung der Steyler Missionare oder an die Schule gewandt haben. Häußler-Eisenmann geht jedoch davon aus, dass dies nicht ausreicht. „Es betrifft alle Teilnehmer des Nachmittagsunterrichts.“ An dem nahmen sowohl Bewohner des damals ans AJG angegliederten und 1997 geschlossenen Internats als auch zu Hause lebende Gymnasiasten teil.

Diesen Verdacht bestärkt ein Ex-AJGler gegenüber der Saarbrücker Zeitung. Er besuchte von 1981 bis 1985 die Schule. Das heute 39-jährige Opfer: „Vor der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag konnten wir das Schwimmbad des Internats nutzen.“ Es habe sich ausschließlich um Jungs der fünften und sechsten Klasse gehandelt. Die Aufsicht habe stets derselbe, mittlerweile verstorbene Pater übernommen. „Die letzten fünf Minuten bestand er immer auf Nacktbaden.“ Entsprechende Informationen bestätigt auch die Steyler Pressesprecherin. Währenddessen sei es zu den sexuellen Übergriffen gekommen. Das Opfer: „Er hat sich dann immer einen der Jungen geschnappt und ihm an den Geschlechtsteilen herumgespielt.“ Das sei täglich passiert, über Jahre hinweg. All das sei damals schon ein „offenes Geheimnis gewesen“, berichtet der Zeuge. Doch für die Schüler seien die Pater Autoritätspersonen gewesen. „Wenn man aus einem katholischen Familienhaus stammt, sprach man nicht darüber.“

Doch es soll nicht nur zum sexuellen Missbrauch gekommen sein. Häußler-Eisenmann: „Es gibt auch Fälle psychischer und physischer Gewalt. Wir haben vier Hinweise auf Psychoterror an der Schule.“ Dabei denkt sie nicht an eine Ohrfeige. „Auch wenn das der Zeitgeist damals toleriert hat, ging das, was Schüler hier erlebten, weit darüber hinaus.“ An solche Fälle kann sich der ehemalige Gymnasiast ebenfalls erinnern: „Schläge gab’s. Und wenn ein Lehrer einen Schüler auf dem Kicker hatte, wurde er immer wieder angeschrien.“

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