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Mit Pfosten Telefonkabel zerfetzt: 120 Haushalte vom Telefonnetz abgeschnitten

Bauarbeiter haben entlang der L 145 zwischen Dörsdorf und Scheuern das unterirdische Telefonkabel zerstört. Und das nicht nur an einer Stelle. Gleich mehrmals rammten sie die Leitplankenträger durch die Kabel – und kappten so die Verbindung.

Überroth-Niederhofen. Tagelang ist die Leitung tot. Weder Festnetz-Telefon noch Internet funktionieren. Keine Ahnung, woran es hängt. Aber Patrick Kirsch will es herausfinden. Schließlich braucht der Überrother seinen Anschluss. Er ruft die Servicenummer bei der Telekom an – vom Handy aus, versteht sich.

Auch bei seinen Nachbarn scheinen die Leitungen gekappt. Kirsch berichtet, dass ihm eine Telekom-Mitarbeiterin geschildert habe: „Ja, da liegt eine Massenstörung vor. Wie lange die dauert, kann ich Ihnen nicht sagen.“ Das reichte aber dem Kunden ohne Verbindung nicht aus.

Auskunftsfreudiger war da George McKinney. Der Pressesprecher der Deutschen Telekom in Frankfurt/Main, der unter anderem fürs Saarland zuständig ist: „Die Störung entstand durchs Rammen von Leitpfosten.“ Konkret: Entlang der L 145 zwischen Dörsdorf und Scheuern stellen Arbeiter zurzeit neue Leitplanken auf.

Getragen werden sie von Pfosten, die im Boden neben der Fahrbahn verankert sind. In diesem Fall genau an der Stelle, wo darunter die Telekomleitungen für Telefon und Internet verlaufen. McKinney: „Uns wurde der Schaden gemeldet, und wir haben uns sofort um die Reparatur gekümmert.“

Telefonverbindungen mittlereweile umgeleitet
Das heißt: zuerst herausfinden, was passiert war und wo. Schnell war klar: Arbeiter hatten die Kabel durch Pfosten gekappt. „Nachdem wir an einer Stelle das Kabelstück ersetzt hatten, stellten wir fest, dass an weiteren Stellen die Leitung zerstört war“, berichtet der Telekom-Sprecher. Und in der Tat: Gleich mehrfach drangen die Pfosten so tief in die Erde ein, dass sie die Telekom-Leitungen erreichten.

Klaus Kosok, Pressesprecher beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen, bestätigt das Malheur. Seine Behörde habe den Auftrag für die Arbeiten einer Ottweiler Firma erteilt. Nach bisherigen Recherchen habe das Unternehmen vor Baubeginn nicht geprüft, wo Leitungen unterirdisch verlaufen.

Telekom-Sprecher McKinney: „Ein Baggerfahrer wäre ganz schön gegrillt worden, wenn er eine Starkstromleitung getroffen hätte.“ Auch beschädigte Gasleitungen hätten für eine gefährliche Havarie sorgen können.

Wie auch immer: Von der zerfetzten Telefonleitung waren laut McKinney bis zu 120 Haushalte im Raum Überroth-Niederhofen betroffen. „Wir haben über andere Leitungen die Verbindungen umgeleitet.“ Die Reparatur laufe. Der betroffene Kunde Kirsch bestätigt, dass Internet und Telefon in seinem Haus mittlerweile wieder funktionierten.

Hintergrund
Wer ist an der gekappten Telefonleitung schuld? Klaus Kosok, Pressesprecher des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), nannte dazu ein paar Details: Demnach sind die genormten Sigmapfosten, wie die Träger der Schutzplanken offiziell heißen, 1,90 Meter lang. „1,15 Meter tief ragen sie in den Boden.“

Nach SZ-Recherchen müssen Telefonleitungen mindestens 1,30 Meter tief vergraben sein. McKinney von der Telekom relativiert: „Je nach Bodenbeschaffung, ob es beispielsweise felsiges Gelände ist, reichen auch 1,20 Meter aus.“ Dann habe das Ottweiler Bauunternehmen, das vom LfS mit dem Aufbau der Leitplanken entlang der L 145 bei Scheuern beauftragt worden war, aber immer noch fünf Zentimeter Spielraum haben müssen.

Wer zahlt die Reparatur?
Reparatur: Zwar macht sich die Telekom zurzeit wohl aus ureigenen wirtschaftlichen Interessen daran, den Leitungsschaden für ihre Kunden zu beheben. Doch könnte sich noch ein Rechtsstreit über die Kosten zwischen ihr und der Straßenbaufirma anbahnen, deren Arbeiter die Kabel gleich an mehreren Stellen zerstörten.

Denn laut LfS sollen sich auf der einen Seite die Arbeiter im Vorfeld nicht um den Verlauf darunterliegender Versorgungsleitungen gekümmert haben. Auf der anderen Seite könnten die Leitungen der Telekom nicht die gesetzlich vorgeschriebene Mindesttiefe gehabt haben und wurden deshalb gekappt. hgn


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