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Mit dem VW-Bus durch die Welt: Zwei junge Saarbrücker wagen einen coolen Trip

5000 Euro hat der Kleintransporter mit Oldtimer-Status gekostet. „Ein schönes Auto”, sagt Ratius, „wir sind sehr froh damit.” Und Krebs ergänzt: „Schon geil, so ein Teil.” Ohne ein bisschen Liebe zu dem Wagen ließe sich der Plan der beiden wahrscheinlich auch gar nicht verwirklichen. Denn der VW wird vier Monate lang ihr Zuhause sein.

Krebs und Ratius haben sich vor rund einem Jahr vorgenommen, auf dem Landweg von Saarbrücken nach Indien zu reisen und daraus einen Dokumentarfilm zu machen. Erst aus einer Bierlaune heraus, aber irgendwann ging ihnen auf: Das könnte wirklich was werden. Dann fingen die Vorbereitungen an, in den letzten zwei, drei Monaten wurden die immer intensiver. Sie haben 10 000 Euro zusammengekratzt, Equipment gekauft, nach einiger Suche schließlich den VW gefunden. Und jetzt soll es bald losgehen, über die Schweiz und Italien nach Osteuropa, durch die Türkei, auch durch den Iran, schließlich mit dem Schiff – um Pakistan zu umgehen – nach Indien und wieder zurück.

Die Kamera immer dabei, die Menschen, die sie treffen, im Fokus. „Alltag”, betonen Krebs und Ratius immer wieder, den Alltag der Leute wollen sie dokumentieren und festhalten, wie sich die Menschen, die Freuden und Sorgen von Land zu Land, von Region zu Region verändern. In Belgrad machen sie Halt bei Ratius’ christlichorthodoxem Tätowierer, der hat sie zur Feier des Familienheiligen eingeladen. In Istanbul sind sie mit Leuten verabredet, die an den Gezi-Protesten teilgenommen haben. „Wir interessieren uns aber auch für den Bäcker von nebenan”, sagt Ratius. Die jungen Filmemacher wollen kein zu enges Korsett, haben abgesehen von wenigen Verabredungen kaum feste Pläne. Wenn sie etwas Interessantes entdecken, bleiben sie und verfolgen es weiter.

Daraus am Ende einen Film zu machen, aus Material von vier Monaten und mehr als einem Dutzend Ländern einen roten Faden zu spinnen – das wird die vielleicht größte Herausforderung für die jungen Dokumentarfilmer. Der 27 Jahre alte Ruben Krebs hat bereits Dokumentationen gedreht, war kürzlich sechs Wochen lang für einen Film in Kamerun. Lukas Ratius, 25, studiert noch an der Hochschule für Bildende Kunst und ist ursprünglich mehr in der Fotografie zu Hause. Sie kennen sich schon seit dem Kindergarten, sind lange befreundet. Aber vier Monate lang zusammen in einem VWBus? „Das wird interessant”, sagt Krebs und lacht. „Keine Bedenken” hat Ratius. Das könnte am Ende auch Teil des Films werden, wie die Reise die beiden als Individuen und als Freunde beeinflusst.

Für das Projekt brauchen Krebs und Ratius allerdings noch Geld, 5000 Euro wollen sie per „Crowdfunding” sammeln. Sie suchen im Internet also nach finanzieller Unterstützung und bieten dafür kleine Extras, etwa ein Fotobuch von der Reise. Am 1. Oktober wollen sie los, und nach rund zwei Wochen Crowdfunding sind schon knapp 2500 Euro zusammengekommen. Vor allem durch Freunde und Verwandte, Unterstützung kommt aber auch von völlig Fremden – eine große Verantwortung. „Oh ja!”, rufen beide. „Aber auch noch mal Antrieb.” Für die Fahrt nach Osten, solange der VW LT 45 hält.

www. visionbakery.com/unterwegs

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