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Motorsport: Homburger Timo Bernhard startet beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans

Le Mans ist Mythos und Legende. Das 24-Stunden-Rennen gilt als das härteste Rennen der Welt und als absoluter Klassiker. Dem Homburger Timo Bernhard könnte dabei am Samstag ab 15 Uhr ein historischer Erfolg gelingen.

Le Mans/Homburg. Le Mans hat seine Tücken. Vier Mal pro Runde rasen die Piloten mit Geschwindigkeiten von mehr als 300 Stundenkilometern über die Piste – tagsüber, aber auch in tiefer Nacht. Und das auf einer Strecke, die ihr Dasein sonst als Landstraße fristet. Mit Spurrillen von Lastwagen, heiklen Bodenwellen und tückischen Kurven.

Besondere Herausvorderungen
Das gefährlichste Stück aber ist eine 200 Meter lange Gerade neben der Strecke: der berühmt-berüchtigte Engländer-Hügel. Hier zählen nur zwei Sachen: Bier und Burnouts. Angefeuert von den Zuschauern auf dem Hügel, blockieren ein paar Mann die Zufahrtsstraße. Weiter kommt nur noch, wer beim Losfahren richtig die Reifen qualmen lässt.

Dahinter im Stau geht’s auch zur Sache beim Auto-Hopping: Die hintere Tür der stehenden Autos wird aufgerissen, 20 bis 30 Mann mit Bier- und England-Fahne rutschen grölend über die Rücksitzbank und steigen auf der anderen Seite wieder aus. Wer glaubt, clever zu sein und sein Auto verriegelt, hat Pech: Dann geht’s unter dem Gejohle der Zuschauer über Haube oder Dach. Das passiert nur Le-Mans-Neulingen.

Timo Bernhard ist kein Neuling hier. Der Homburger stand sogar schon einmal auf dem Siegertreppchen: In seinem ersten Jahr als Porsche-Werksfahrer gewann er 2002 die Wertung für GT-Autos. Doch ein Gesamtsieg fehlt noch. Dann würde Bernhards Traum in Erfüllung gehen. Der heißt: „Ich wäre gerne der erste Fahrer, der alle drei Langstrecken-Klassiker gewinnt.“ Bei den 24 Stunden am Nürburgring hat er zwischen 2006 und 2009 sogar vier Mal in Folge für Porsche triumphiert, 2003 auch bei den 24 Stunden von Daytona.

Nicht nur durchkommen, sondern auch gewinnen
Fehlt nur noch Le Mans. „Le Mans ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Rennen“, schwärmt der 29-Jährige. „Für mich ist immer wieder erstaunlich, dass es heute ein 24-Stunden-Sprint ist. Früher war es eher eine Frage, kommt man durch oder nicht? Heute ist die Frage: Hat man den Speed oder nicht?“

Bereits im vergangenen Jahr war der Porsche-Werksfahrer an Audi ausgeliehen und mit einem Werks-Auto am Start. Doch Teamkollege Alexandre Premat feuerte das Auto schon nach neun Minuten von der Piste. Der Traum war geplatzt. 2010 soll es besser werden. Die Chance auf einen Sieg ist durchaus da: Audi hat in den vergangenen zehn Jahren das Rennen acht Mal gewonnen.

Doch 2009 gab es einen herben Dämpfer. Mit einem Doppelsieg verdarb Peugeot dem Ingolstädter Konzern die 100-Jahr-Feier. „Wir wollen die Trophäe zurück“, hatte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich abends nach dem Rennen angekündigt. Seitdem wurde mit Hochdruck an der Verbesserung des Audi R15 TDi gearbeitet. Zwölf Monate lang.

Rund 40.000 Testkilometer spulten die Ingolstädter mit dem 600-PS-Diesel-Boliden ab. „Das Hauptproblem war die Verschmutzung der Kühler, die uns völlig auf dem falschen Fuß erwischt hat“, sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. 2009 setzten sich die Kühler mit Staub und Gummi vom Reifenabrieb zu, was die Autos zu außerplanmäßigen Boxenstopps zwang.

Deshalb wurden die Kühler nun neu angeordnet, zudem wurde die Aerodynamik komplett überarbeitet. Das Ziel: mehr Höchstgeschwindigkeit. Äußeres Zeichen der Veränderung: an den beiden Seiten hat der Frontspoiler die Form von Vampirzähnen.

Ob das reicht, um in der Höhle des Löwen zu bestehen? „Noch nie hatten wir so ein ausgefeiltes Auto“, sagt Tom Kristensen, mit acht Siegen der Rekordsieger von Le Mans. „2009 konnten wir unser Potenzial nicht nutzen. In diesem Jahr sind wir definitiv näher dran an Peugeot.“ Sein Peugeot-Kollege Stephane Sarrazin stellt sich auf einen harten Kampf ein: „2009 lief bei uns alles perfekt. Das muss diesmal wieder klappen. Aber es wird extrem schwierig.“

Auf einen Blick

Peugeot und Audi treten in Le Mans mit jeweils drei Werks-Autos an: In dem Peugeot 908 HDi FAP mit der Nummer eins starten die Ex-Formel-1-Piloten Anthony Davidson, Marc Gené und Alex Wurz. Die anderen Autos fahren Nicolas Minassian, Franck Montagny und Stéphane Sarrazin sowie Sébastian Bourdais, Pedro Lamy und Simon Pagenaud.

Audis Speerspitze ist das Auto mit Rekordsieger Tom Kristensen, Dindo Capello und Allan McNish. Die anderen Autos steuern Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoît Treluyer sowie Timo Bernhard, Mike Rockenfeller und Romain Dumas. wip




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