B40 Rohrbach Richtung Saarbrücken Zwischen Autobahnauffahrt Rohrbach und Sankt Ingbert Sarbrücker Straße/Einmündung Sankt Ingbert Gefahr durch defektes Fahrzeug, Verkehrsbehinderung (17:54)

B40

Priorität: Sehr dringend

18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
18°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Mountainbike Downhill-Strecke am Bostalsee: Das ist geplant

Spektakulärer Sport: Beim Downhill-Rennen erreichen die Fahrer bis zu Tempo 70.

Spektakulärer Sport: Beim Downhill-Rennen erreichen die Fahrer bis zu Tempo 70.

Volles Haus im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde Rhaunen: Vertreter aller beteiligten Kommunen und auch viele Touristiker waren gekommen. Der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider sprach von einer „bemerkenswerten Idee“, nachdem Rhaunens Bürgermeister Georg Dräger das Projekt umrissen hatte.

Danach könnte der derzeit brachliegende Idarkopf zum „Kristallisationspunkt“ für eine neu zu entwickelnde Mountainbike-Region Hunsrück rund um den künftigen Nationalpark werden, wie es Michael Dietz, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung bei der Kreisverwaltung, in seiner einleitenden Präsentation nannte. Mit dieser Sommernutzung wäre dann vielleicht auch wieder Wintersport auf dem Südhang mit seiner superlangen Abfahrtspiste möglich, so die Hoffnung der Rhaunener.

Denn, das wissen alle: Die Investition für einen neuen Lift lohnt sich alleine für die wenigen zu erwartenden Schneetage nicht. Das Konzept sieht so aus: Am Idarkopf entsteht eine Bike- Event-Arena mit Lift, Gastronomie und allerlei Strecken für die Spielarten des Downhill-Mountainbikes. Dass es hier großes Potenzial gibt, hat eine bereits vorliegende Studie aufgezeigt:
Die nächste vergleichbare Anlage steht im Sauerland, Mountainbiker nehmen zum Teil weite Wege auf sich, um solche Einrichtungen zu besuchen. Bikepark-Befürworter Diddie Schneider war in seiner Machbarkeitsstudie von einem realistischen Radius von 250 Anfahrtskilometern ausgegangen – und auf mehr als 18 Millionen Menschen in Deutschland, Benelux und Frankreich gekommen.

Dass gerade Biker aus Holland und Belgien der Hunsrück begeistert, ist nichts Neues – das wissen Wolfgang Junk und seine Thalfanger Mountainbiker schon lange. Sie veranstalten den Erbeskopf- Mountainbike-Marathon, der alljährlich 1000 Teilnehmer anzieht. „Wir haben schon einen sehr guten Ruf in der Szene“, sagte Michael Dietz. „Wir müssen nur etwas daraus machen.“ Im Oktober hatten sich lokale Mountainbike-Vereine und -Gruppen erstmals zusammengesetzt, um über ein solches Projekt zu reden, Strecken auszuarbeiten, auszutauschen und auszuprobieren. Nur vier Monate später gibt es bereits mehr als ein Dutzend Vorschläge – samt GPS-Koordinaten.

Fünf davon stellten Biker aus Rhaunen, Sohren, Idar- Oberstein, Morbach und Thalfang an diesem Abend vor, um zu illustrieren, welche Touren es bereits gibt und wie interessant diese sind. Friedhelm Götz aus Rhaunen, der die Arbeit im Vorfeld gemeinsam mit Johannes Jaenicke koordiniert hatte, moderierte diesen Teil – und riss alle mit, als er Bilder von Hunsrück-Touren zeigte und immer wieder die Schönheit der Landschaft betonte.
Keine Konflikte mit Wanderern

Götz kam auch möglichen Bedenken zuvor, indem er auf den Ehrenkodex der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) verwies, an den sich verantwortungsvolle Radler halten, damit es zu keinen Konflikten mit Wanderern oder Jägern kommt. Bei der Wegewahl gelte es – ähnlich wie bei den Traumschleifen – auf hohe Qualität zu achten. Damit erreiche man eine Verkehrslenkung: Sind die Wege top, suchen sich die Biker keine anderen und bleiben auch von den Wanderwegen weg.

Damit war man auch schon beim Thema Nationalpark. Hier brauchen die Mountainbiker Querungen, um die gewünschte Anbindung des Bike- Parks bis an den Bostalsee zu erreichen. Claus Lessander vom Ministerium für Umwelt und Forsten, Chef des Starterteams, zeigte sich „absolut begeistert“ von der Idee: „Das ist genau, was wir wollen: Projekte aus der Region, um im Umfeld des Nationalparks attraktive Angebote für Besucher des Nationalparks zu erhalten.“ Radwege durch das Schutzgebiet seien sowieso in Planung.

Uwe Weber (Bürgermeister der VG Herrstein) sieht Chancen wie beim Premiumwandern: „Wenn wir hier im Hunsrück so gut zusammenarbeiten, haben wir auch Erfolge.“ Ähnlich äußerten sich anschließend die Spitzen der Verbandsgemeinden Kirn-Land, Kirchberg, Birkenfeld und der Oberbürgermeister von Idar-Oberstein, Bruno Zimmer. Thalfangs VG-Chef Marc Hüllenkremer präsentiert der Versammlung eine Absichtserklärung, die die beteiligten Kommunen unterzeichnen sollen, um das Projekt festzuzurren. Erst müssen aber noch die Ortsgemeinden gehört werden, über deren Wege und durch deren Wälder weite Teile der Bikestrecken führen werden – aber das Prozedere kennen ja alle noch vom Erfolgsprojekt Saar-Hunsrück-Steig.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein