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Müll: Legal entsorgen - Saar-Wald schonen

Regionalverband. Förster aus dem Saarkohlenwald und aus dem Warndt haben Alarm geschlagen: Illegales Abfall-Abkippen im Wald, so haben sie festgestellt, hat beunruhigend zugenommen (wir haben berichtet). Das verursacht nicht nur Kosten für die Müllentsorgung, die der Saarforst-Landesbetrieb – also letztlich der Steuerzahler – tragen muss.

Viel schwerer wiegt, dass Abfall das Ökosystem des Waldes aus der Balance bringt. Und damit den Wald als luftreinigende „grüne Lunge“ und als Naherholungsgebiet gefährdet, Wald-Funktionen, die für dicht besiedelte Gegenden wie den Regionalverband besonders wichtig sind. In diesem Jahr haben die Förster mehr Abfall denn je in ihren Revieren gefunden. Sie vermuten, dass das zusammenhängt mit Änderungen bei den Abfallgebühren. In Saarbrücken wiegen die Müllwerker seit Jahresbeginn jede Tonne, die sie leeren. Völklingen zählt seit 2009, wie oft die Bürger ihre Tonnen vor die Tür stellen.

In den übrigen Regionalverbandskommunen hat der Entsorgungsverband Saar (EVS) das gleiche System im Januar eingeführt. Und viele Bürger haben das Gefühl, der Müll sei dadurch teurer geworden. Kann man denn sparen, wenn man Abfall illegal im Wald ablädt? Nein: Kommunen und EVS bieten viele legale Möglichkeiten an, Dinge loszuwerden, die man nicht mehr braucht, kostenlos oder für wenig Geld.

Und schaut man sich den Stress an, den Wald-Vermüller sich antun – Auto vollpacken, kilometerweit in den Wald fahren, auspacken, alles klammheimlich, weil beim Erwischtwerden Strafen drohen –, dann ist der legale Weg ungleich bequemer. Oft auch kürzer, das spart Benzin. Und ein gutes ökologisches Gewissen gibt’s als Dreingabe. Leere Worte, reiner Moralappell? Nein, praktische Erfahrung: Zuhause haben wir jüngst viel Überflüssiges ausgemistet. Uns von einer ordentlichen Menge Sperrmüll zu befreien, hat uns 15 Euro, einen Anruf und keinen Tropfen Benzin gekostet: Das Müllauto kam nach Verabredung an die Haustür.

Doch Renovieren und Großaufräumen stehen nur alle paar Jahre auf der Tagesordnung. Sind die vielen legalen Müll- Entsorgungsmöglichkeiten deshalb so wenig bekannt? Einige haben wir unten aufgelistet, es gibt im Regionalverband noch mehr – dem Wald zuliebe lohnt sich das Nachfragen.

HINTERGRUND

Grünschnitt hat im Wald nichts zu suchen, obwohl er pflanzlichen Ursprungs ist. Denn in Grünschnitthaufen kann die Luft nicht frei zirkulieren, das Material verrottet nicht, sondern gärt. Die Gase, die dabei entstehen, entzünden sich bei Hitze von selbst – sommerliche Brände im Wald sind die Folge. Grüne Reste aus Gärten oder von Hecken enthalten außerdem Samen waldfremder Pflanzen; die verfälschen die Flora und stören das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems Wald, können schlimmstenfalls sogar angestammte Gewächse verdrängen. Unsichtbar fürs menschliche Auge schleppt man mit Grünmaterial auch Schadorganismen in den Wald ein: Viren, Bakterien, Pilzsporen, Insekteneier, Käferlarven, Raupen. So können sich Pflanzenkrankheiten ausbreiten, denen Waldbäume nicht gewachsen sind. dd

Wo, wie und wann man welchen Müll legal loswird und ob es kostenlos geht oder gegen Gebühr, erfährt man auf den Internet- Seiten der Kommunen und kommunalen Entsorger.

Eine Auswahl:

Saarbrücken :: www.zke.de (mit sehr genauen Infos)

Völklingen :: ezv-vk.de

EVS  :: www.entsorgungsverband.de

Velsen :: www.ava-velsen.de

Großrosseln :: www.grossrosseln.de (Bürgerservice/Abfall)

Der Bußgeldkatalog für illegale Müllentsorgung reicht bis zu 50 000 Euro. Ein Saarbrücker Beispiel: Wer einen größeren Einzelgegenstand „wild“ abkippt, zahlt mindestens 100 Euro. Je nach Art und Menge des Abfalls kann es zudem ein Strafverfahren geben. tan/dd

Viele Anlaufstellen für Saarbrücker

Saarbrücker können Sperrmüll, Grünschnitt, Elektroschrott oder Schadstoffe zu den Wertstoffzentren des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) bringen, kostenlos; nur Dinge wie Autoteile oder Bauabfälle kosten Gebühr. Die Zentren (geöffnet montags bis mittwochs neun bis 16.45 Uhr, donnerstags und freitags bis 17.45 Uhr, samstags acht bis 13.45 Uhr) liegen in Malstatt, Wiesenstraße 1 (Schadstoffe: nur montags), und Am Holzbrunnen 4. Sperrmüllabfuhr kostet fünf Euro pro angefangenen Kubikmeter; Terminvereinbarung: Tel. (06 81) 9 05- 73 11. Grünschnitt nimmt auch die Kompostieranlage Gersweiler an (Friedhofsweg, montags bis freitags acht bis 18 Uhr, samstags zehn bis 14 Uhr). Weitere Annahmestellen gibt es in Malstatt, Jägersfreude, Brebach und an der Koßmannstraße; pro Tag und Stelle ist je ein Kubikmeter kostenfrei. Das Ökomobil sammelt an wechselnden Standorten Schadstoffe ein. dd

Völklingen: Kompost und Wertstoffhof

Völklinger Bürger können auf dem Wertstoffhof des Entsorgungszweckverbandes Völklingen (EZV) in Geislautern, Am Hammergraben 1, unter anderem Sperrgut bis zu einem Kubikmeter, Batterien sowie Elektro- und Elektronikschrott kostenlos abgeben. Für die Entsorgung von Baustellenabfällen, Autoreifen, Dispersionsfarben oder Altholz fällt eine Gebühr an. Öffnungszeiten: mittwochs neun bis 17 Uhr, samstags neun bis 14 Uhr. Sperrmüll (bis fünf Kubikmeter) kann man auch für zehn Euro abholen lassen. Terminvereinbarung: Tel. (0 68 98) 13-70 00. Grünschnitt können Völklinger auf der Kompostieranlage Fürstenhausen (Verlängerung der Straße Am Hasseleich) abliefern (mittwochs zwölf bis 15.

30 Uhr, freitags acht bis 15.30 Uhr, samstags acht bis 13.30 Uhr). Kostenlos ist pro Anfuhr so viel, wie ein Pkw oder Kombi plus Anhänger hierfür bis zu einer zulässigen Nutzlast von einer Tonne fasst. tan

Angebot unabhängig vom Wohnort

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) betreibt im Regionalverband zwei Wertstoffzentren. Sie stehen allen Bürgern offen, unabhängig vom Wohnort: Wertstoffzentrum Köllertal, Industriegebiet Mühlengarten, Walpershofen (montags, mittwochs, freitags 13 bis 18 Uhr, dienstags und donnerstags neun bis 13 Uhr, samstags neun bis 16 Uhr). Wertstoffzentrum Sulzbach, Eisenbahnschachtanlage Altenwald, gegenüber THW (montags bis freitags acht bis 16 Uhr, samstags bis 15 Uhr). Nur für Dinge wie Reifen oder Bauholz fallen Gebühren an. Sperrmüll kann man bis zu einer Menge von zwei Kubikmetern kostenlos abgeben; Sperrmüll- Abholung kostet für 0,5 bis vier Kubikmeter 15 Euro. Terminvereinbarung: Tel. (06 81) 50 00-5 55. Restabfall und Sperriges nimmt auch die Abfallverwertungsanlage Velsen von Privaten an (montags bis freitags sieben bis 18.15 Uhr, samstags bis 14.45 Uhr); zwölf Euro für bis zu 100 Kilo. tan

 

Grünschnittabfuhr und Privat-Recycling

Die kleineren Kommunen im Regionalverband haben für ihre Bürger jeweils eigene Möglichkeiten geschaffen, Abfälle legal loszuwerden, die nicht in die reguläre Mülltonne gehören – und schon gar nicht in den Wald. Wir haben nicht überall nach den Details gefragt. Aber hier ist ein Beispiel: In Großrosseln wird Elektroschrott bei der Firma RL Recycling, Am Hirschelheck 19, kostenlos entsorgt. Gegen Gebühr kann man Bauschutt, Ziegel, Altholz und Ähnliches abgeben. Alle Abfälle werden auch abgeholt. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag neun bis zwölf und 13 bis 16.30 Uhr, Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Samstag neun bis zwölf Uhr. Grünschnitt bis zu zehn Zentimetern Durchmesser kann man jeden Donnerstag und Samstag auf dem Grünschnittsammelplatz hinter dem Großrosseler Friedhof abgeben. Zweimal im Jahr fährt die Gemeinde Grünschnitt ab (maximal ein Raummeter pro Grundstück). tan

© WhatsBroadcast
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