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Müllberge nerven im St. Wendeler Land

"Seit fünf Wochen  keine Leerungen"

Dies sieht der Verband anders. Darum weist Marianne Lehmann, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim EVS, die Vorwürfe von sich. „Es gibt auch jetzt noch Stellen in Höhenlagen, die schwierig zu erreichen sind.“ Dabei gingen die Kollegen teils hohe Risiken ein, um die Wohngebiete in schwierigen Lagen zu erreichen. Die 46- Jährige: „Vier Wagen der Firma Paulus sind in diesem Winter im Graben gelandet. Dabei gab es einen Verletzten.“ Zuletzt sei bei Freisen ein Fahrzeug des von der EVS beauftragten Abfuhr- Unternehmens aus Friedrichsthal- Maybach vom Weg abgerutscht und stecken geblieben. Lehmann sichert zu, dass spätestens kommende Woche der Restmüll überall entsorgt werde. Zudem: „Nebenstehende Tüten werden kostenlos mitentsorgt.“

Im Dauereinsatz seien zudem die Mitarbeiter der Willi Strumm GmbH. Das Baumholder Unternehmen ist seit Jahresbeginn für die gelben Säcke (wiederverwertbarer Verpackungsmüll) im Auftrag des Dualen Systems aus Köln im Landkreis St. Wendel unterwegs. Und schon gleich stehe der Betrieb mit seinen 70 Angestellten sowie 30 Fahrzeugen vor einem riesigen Problem. Geschäftsführer Frank Osenbrück: „Wir sind erst wenige Tage unterwegs und sehen, dass sich die vereinbarte Müllmenge verdoppelt hat.“ Grund: Der Betrieb, der bis Ende 2010 die gelben Säcke auflud, habe wegen der Straßenverhältnisse den Müll nicht abgeholt. Der 44-jährige Firmenchef: „Wir tun unser Bestes, dass wir die Säcke rasch entsorgen.“ Dafür habe er das Personal kurzfristig aufgestockt.

Zwei Fahrzeuge mit je drei Mann Besatzung seien unterwegs. Wie sich die Lage entwickelt, könne Osenbrück erst in 14 Tagen sagen. „Dann haben wir einen ersten Überblick.“ Für Ärger sorgen aber nicht nur die Abfallberge vor der Haustür. Auch an vielen Containerstandorten sieht es zurzeit wüst aus. Während die Behälter vielerorts überquellen, stapeln sich nebenan Kartons, Zeitungen und leere Flaschen. Nonnweilers Bürgermeister Hans-Uwe Schneider (CDU): „So prekär ist das nach den Feiertagen immer.“ Doch da entspanne sich während der kommenden Tage die Lage, ist der Verwaltungschef überzeugt.

Allerdings sei es illegal, seinen Müll neben die Container zu werfen und darauf zu hoffen, dass er mitentsorgt wird, ergänzt Caroline Müller, im Namborner Rathaus für den Fachbereich Umwelt zuständig. Wer erwischt wird, müsse die zusätzlichen Entsorgungskosten tragen. Außerdem drohe dem Umweltsünder eine Strafanzeige. Die könne teuer werden. Zuletzt laut Müller passiert dies in Hirstein: „Da hat jemand am Containerstellplatz seine Tiefkühltruhe ausgeräumt. Fleisch und anderes Essen lagen da. Eine Zumutung für Gemeindearbeiter.“ Denn der Baubetriebshof sei zuständig, den Platz aufzuräumen.

Nonnweilers Rathauschef bat indes um Verständnis für die „Ausnahmesituation“, wenn es noch ein paar Tage dauert, bis sich die Lage normalisiert. Allerdings ist auch er nicht einverstanden, wenn Müll an Stellen stehen bleibt, die zu befahren sind.

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