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Mysteriöser Todesfall an der Grenze

Symbolfoto.

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Ein Mann aus dem französischen Ort Freyming-Merlebach ist an den Folgen massiver Kopfverletzungen gestorben. Diese soll der 40-Jährige bei einer Attacke von zwei Männern auf der deutschen Seite am Grenzübergang in Großrosseln-Naßweiler erlitten haben. Eine Anzeige wurde nicht erstattet. Der Franzose wurde erst fünf Tage später in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Rettungswagen wurde unter dem Vorwand zu ihm nach Hause alarmiert, der Mann habe einen Unfall gehabt. Der 40-Jährige starb am Tag darauf im Krankenhaus.

Die Polizei hat gestern Informationen der Saarbrücker Zeitung bestätigt, wonach sie seit 26. Januar wegen des Tötungsdeliktes an der deutsch-französischen Grenze ermittelt. Nach Angaben von Pressesprecher Georg Himbert hat die 33 Jahre alte Lebensgefährtin des Opfers als Tatort einen Tabakladen an dem Grenzübergang in Naßweiler genannt.

Die Umstände des Vorfalls klingen mysteriös. Nach Informationen der Ermittler hat sich dieser am 20. Januar ereignet. Die Französin habe erklärt, dass sie mit ihrem Lebensgefährten sowie einem 36 Jahre alten Franzosen in einem Auto gegen 15 Uhr an dem Tabakladen vorgefahren sei. Sie habe den Pkw verlassen, um in dem Kiosk Zigaretten zu kaufen. Die beiden Männer seien in dem Fahrzeug geblieben.

Wie die Polizei erklärt, habe eine Gruppe von vier Männern an dem Kiosk gestanden. Die Ermittler gehen von folgendem Geschehnisablauf aus: Zwei Männer aus der Gruppe seien an das Auto herangetreten. Sie hätten die Insassen angesprochen. Einer der Männer sei auf die Fahrerseite gegangen und habe auf den 40-Jährigen eingeschlagen. Der Beifahrer sei ausgestiegen, um zu schlichten.

Daraufhin hat sich – so Informationen der Saarbrücker Zeitung – der zweite Angreifer auf der Beifahrerseite an der Karosserie festgehalten. Er hat sich in den Fahrzeug-Innenraum gewuchtet und dem 40-Jährigen an den Kopf getreten.

Wie die Polizei berichtet, hätten die Männer von ihrem Opfer abgelassen, als die 33-Jährige aus dem Tabakladen gekommen sei – und sich vom Tatort entfernt. Die Frau habe die beiden mutmaßlichen Täter als Maghrebiner beschrieben.

Der Sachverhalt erweist sich als mysteriös. Eine Anzeige habe weder die Lebensgefährtin des Opfers noch der 36 Jahre alte Beifahrer erstattet. Auch sei an dem 20. Januar kein Rettungsdienst alarmiert worden. Der 40-Jährige kam stattdessen erst am 25. Januar in das Krankenhaus in Forbach. „Dort war er nach einem angeblichen Unfall eingeliefert worden“, erklärt Himbert. Es sei nicht nachvollziehbar, warum für das Opfer erst fünf Tage später ein Rettungswagen an dessen Heimatadresse in Freyming-Merlebach alarmiert wurde. Auch stehe nicht fest, warum zum damaligen Zeitpunkt keine Anzeige erstattet wurde.

Aufgrund der Schwere der Kopfverletzungen sei der Mann noch am 25. Januar vom Krankenhaus in Forbach in das Saarbrücker Winterberg-Klinikum verlegt worden. Dort starb der 40-Jährige am 26. Januar. Das Winterberg-Klinikum informierte die Polizei über den Tod des Franzosen. Himbert berichtet, nach Angaben des Vaters des Verstorbenen in der Klinik in Saarbrücken sei sein Sohn „zirka acht Tage zuvor an einer Schlägerei beteiligt gewesen und dabei verletzt worden“.

Mit diesem Kenntnisstand übernahm das Dezernat für Tötungsdelikte beim saarländischen Landespolizeipräsidium die Ermittlungen. Nach dessen Angaben ergab die Obduktion des 40-Jährigen bei der Rechtsmedizin in Homburg als Todesursache massive stumpfe Gewalt gegen den Kopf. Das Motiv für die Tat ist nach Polizei-Angaben unklar. Die Täter sind noch nicht ermittelt.
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