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Nauwieser Fest: Ein Viertel und kein Fest mehr

Symbolfoto.

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In diesem Jahr wird es kein Nauwieser Fest mehr geben. Das gaben die Veranstalter, der Verein Rockstar e.V., gestern morgen bekannt. In einem langen Brief an die „lieben Freunde und Besucher des Nauwieser Festes“ erklärten die beiden Macher, Andreas Porger und Kai Jorzyk, auch über die sozialen Netzwerke ausführlich mit, was sie nach reiflichem Überlegen zur Entscheidung bewog, das Fest nach 15 Jahren nicht mehr zu stemmen.

Als Hauptgründe nennen sie den Anstieg der Kosten, der Sicherheitsanforderungen, des Besucherandrangs, den Mangel an großen Sponsoren . Sie machten „sowohl Risiko als auch Aufwand“ für sie nicht mehr tragbar. Bereits im vorigen Jahr stand das Fest, das an einem Wochenende zwischen 20 000 und 30 000 Besucher ins Viertel zieht, auf der Kippe. Wegen Unterfinanzierung. Die Gesamtkosten liegen laut Jorzyk „im hohen fünfstelligen Bereich“. Damals gelang es Rockstar e.V noch, die fehlenden 55 000 Euro aufzutreiben. „Wir standen ja schon seit Jahren öfter vor diesen Problemen, aber jetzt hat sich für uns auch privat einiges verändert“, erläutert Jorzyk, was den letzten Ausschlag gab. Bei ihm selbst waren es ein zweites Kind und ein neuer Job. Neben Familie und Vollzeitjob könne man so einem Mammut-Projekt, zu dem sich das Fest entwickelt habe, einfach nicht nicht mehr gerecht werden. Es sei auch verfehlt, irgendeinem Faktor die Schuld zu geben, betont der hauptberufliche Konzertveranstalter.

Für die gestiegenen Sicherheitsanforderungen hat er Verständnis. Die Brauereien etwa, hätten sie als Sponsoren sehr unterstützt. Man hätte sich vielleicht mehr um die Akquise von weiteren Sponsoren kümmern müssen, räumt er ein. Doch dafür habe ihnen als Kernteam von zwei bis maximal fünf Leuten einfach die Zeit gefehlt. Auch an der Unterstützung durch die Stadt gibt es für ihn nichts auszusetzen. Ausdrücklich bedankt sich das Team für die gute Zusammenarbeit und das „Unter die Arme greifen“ der Polizei und der städtischen Ämter.

Die Stadt reagierte gestern denn auch sogleich „mit Bedauern und Verständnis“ auf den Rückzug der Veranstalter des Nauwieser Festes und bot möglichen Nachfolgeinitiativen Unterstützung an. Wie auch bei allen anderen privat organisierten Festen stehe man den Veranstaltern im Vorfeld beratend zur Seite, um so zu verhindern, dass es bei der Abnahme zu Schwierigkeiten komme, sagt Christine Baran vom städtischen Veranstaltungsmanagement, wie die Hilfe konkret aussieht. Man berate auch, wo man bei der Organisation noch Kosten einsparen könne.

Die Veranstaltung des Nauwieser Festes ganz in städtische Hände übernehmen, erklärt Baran, könne man aber nicht. Denn man sei keine Veranstaltungsagentur und habe vor und nach dem Nauwieser Fest mit Altstadtfest und Saarspektakel selbst zwei große Veranstaltungen zu bewältigen. Ein privater Veranstalter habe außerdem auch Vorteile: Er könne sich die passenden Standbetreiber etwa frei aussuchen, während die Stadt Ausschreibungen machen müsse. Kai Jorzyk gibt sich, ebenso wie die Stadt, zuversichtlich, dass sich eine neue Gruppe finden wird, um die Tradition des Nauwieser Festes fortzuführen.

Die reicht übrigens schon bis 1979 zurück. Damals veranstaltete das Saarbrücker Bürgerforum erstmals ein kleines Altstadtfest im Nauwieser Viertel zum Thema: Leben von Kindern in der Stadt. 1983 griffen dann die Gastronomen und kleinen Läden im Viertel die Idee wieder auf und veranstalteten das erste „Nauwieser-Viertel-Fest“. Das wuchs dann weit über das Viertel zu einer Attraktion besonders für junge Menschen aus dem ganzen Saarland hinaus. Ist es durch das stetige Wachstum und die Professionalisierung womöglich zu einem Opfer des eigenen Erfolgs geworden? Unter den Hunderten von Kommentaren in den Netzwerken, die den Wegfall des „besten Festes“ von ganz Saarbrückern beklagen, plädieren einige auch für ein Zurück den Wurzeln. Übrigens kündigten bereits 1999 die damaligen Festveranstalter das Ende an.

Damals sprangen Andreas Porger und Kai Jorzyk mit ihrem Rockstar e.V. in die Bresche. Warum sollte es also nicht auch jetzt neue Retter geben?

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