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Neue Hochschul-Galerie: Sprungbrett für Saarbrücker HBK-Studenten

Am Freitag wird die Hochschul-Galerie am Saarbrücker Ludwigsplatz eröffnet.

Am Freitag wird die Hochschul-Galerie am Saarbrücker Ludwigsplatz eröffnet.

Saarbrücken. Von wegen Wolkenkuckucksheim! Zwar schwebt die neue Hochschulgalerie etwa vier Meter über dem Ludwigsplatz, als weitgehend gläserner Aufsatz über dem denkmalgeschützten Sockel. Doch hinter der Realisierung dieses seit Gründung der Saar-Kunsthochschule vor 20 Jahren dauerdiskutierten Bau-Projektes steckt das Bohren dicker Bretter. Oder, so sieht das Professor Matthias Winzen, ein konsequentes Warmlaufen. Bereits 2006 veranstaltete er ein Symposium zum Thema Hochschulgalerie, außerdem gab es im K4-Forum am St. Johanner Markt erste Vorlauf-Projekte mit Stars, etwa Stephan Balkenhol und Thomas Ruff, die Studenten mitorganisierten.

Alles nur keine Selbstbespiegelung soll stattfinden

Freilich war dieses erste Schaufenster mangels Geld für Aufsichtspersonal fast immer geschlossen. Daraus hat man gelernt. Die HBK-Galerie hat im Hochschul-Etat einen eigenen Posten. Zudem werden die Studenten durch einen Studiengang Kuratieren sozusagen in die Leistungs-Pflicht genommen. Sie bekommen ein eigenes Dauer-Trainingsfeld für Theorie und Praxis, die Hochschulgalerie. Nach dem Konzept kommt die praktische Arbeit: das Bilder-Schleppen, Bohrer-Schwingen, Aufsichten-Schieben. Ausschließlich in diesem Punkt betrachtet Winzen die Galerie als „Laborraum“. Ansonsten pocht er auf eine Konzeption, die Öffentlichkeitsrelevanz besitzt: „Die Grundmetapher lautet Fenster. Es geht um den Dialog von Innen und Außen.“ Alles nur keine Selbstbespiegelung soll stattfinden, sondern eine Vernetzung der eigenen Leistung und der eigenen Historie mit dem internationalen Betrieb. 

„Die Galerie steht unseren Profs grundsätzlich nicht zur Verfügung.“

Drei Ausstellungen pro Jahr sind angepeilt, eine davon widmet man der Prominenz. Ende 2010 ist beispielsweise der Objektkünstler Olaf Metzel vorgesehen. Solche Leuten lassen sich gewinnen, meint Winzen, weil sie nicht mehr verkaufen müssen, sondern sich „jenseits des Biennale-Zirkus in Workshops auf einen diskursiven Nahkampf mit Jung-Profis“ freuen. Als ehemaliger Leiter der Kunsthalle Baden-Baden verfügt Winzen über glänzende Kontakte. Die dürften als Türöffner für die Studenten dienen. Doch hauptsächlich will Winzen Saarbrücker Kunst- und Design-Absolventen, die es geschafft haben, zeigen. Zugleich gilt: „Die Galerie steht unseren Profs grundsätzlich nicht zur Verfügung.“ Wobei Ausnahmen zulässig sind, etwa wenn ein Bewährter wie Sigurd Rompza die HBK verlässt. Doch prinzipiell möchte Winzen eine Eigen-Besetzung der Räume ausschließen. Weder sollen sich Studenten mit Unfertigkeiten „ausprobieren“ dürfen noch Professoren mit ihrer Lebensleistung prunken. Dennoch gehört ihnen die Premiere. Nach dem Motto: Einmal ist das Eure Bühne , danach müsst ihr abtreten. Die Eröffnungs-Schau „Selbst machen. Was produzieren eigentlich die Professoren?“ versteht sich denn auch als ein selbstironisches Signal in der Tradition: Schülermannschaft tritt zum Abi gegen die Lehrermannschaft an – und gewinnt immer“, so Winzen.

„Wir testen mit dieser Ausstellung die Geeignetheit der Räume"

Zusammen mit 14 Kollegen setzt sich der gelernte Bildhauer Winzen dem kritischen öffentlichen Blick aus. Eine Rollenumkehr, schließlich belehren und beurteilen Profs in der Regel andere. Manchem Kollegen ging denn auch die Flatter, berichtet Winzen. Doch die Professoren schwitzen für einen guten Zweck. „Wir testen mit dieser Ausstellung die Geeignetheit der Räume. Das ist für uns zuerst mal eine Schlittenfahrt“.

Winzen ist wichtig, dass seine Studenten „Anwendungswissen“ erwerben. „Durch die Praxiserfahrung können wir das vorhandene Talent professionalisieren.“ Dazu gehört auch, die studentische Leistung zu entlohnen. Aufsichtskräfte werden als Mini-Jobber bezahlt. So lässt sich vermeiden, dass die Galerie auf das Niveau einer Hobby-Unternehmung absackt. Das klingt alles ebenso durchdacht wie kreativ, also nach genau jener „konkreten Fantasie“, die die HBK-Galerie wohl zum Durchhalten braucht.

Eröffnung: 17. Juni mit „Selbst machen – Was produzieren eigentlich die Professoren?“: bis 25. Juli; Keplerstraße 3-5; Mi-Fr 17-20 Uhr, Sa 12-18 Uhr. Termine auch nach Vereinbarung. Tel. (06 81) 92 65 20.

Internet: :: www.hbksaar.de

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