B423 Aßweiler, Saar-Pfalz-Straße zwischen Im Eck und Aßweiler Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (mehrere Steine) (15:59)

B423

Priorität: Dringend

16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Neuer Chef für Praktiker gefunden?

Thomas Fox ist geschäftsführender Gesellschafter der renommierten Berliner Beratungsgesellschaft Modalis. Diese hat sich nach Angaben auf ihrer Internet-Seite darauf spezialisiert, Unternehmen in der Krise zu helfen – als Berater oder auch als verantwortlicher Manager, falls der Auftraggeber dies wünscht. Das Unternehmen findet sich im gleichen Gebäude, in dem auch die Kanzlei von Insolvenzverwalter Hubert Görg untergebracht ist. Er und Fox haben Karstadt erfolgreich aus der Insolvenz geführt mit dem Verkauf an den Milliardär Nicolas Berggruen. Thomas Fox war am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Gleiches gilt für den Aufsichtsratsvorsitzenden von Praktiker, Kersten von Schenck, der für die Frankfurter Anwaltssozietät Clifford Chance tätig ist. Dort teilte man auf Anfrage mit, er sei noch bis Montag in Urlaub. Auch in der Praktiker-Zentrale in Kirkel gab man vor, nichts von der Personalie zu wissen.

Kenner der Szene berichteten unserer Zeitung, Thomas Fox sei bekannt für seine harte Gangart. Er habe Macher-Qualitäten, verstehe es, seine Ziele durchzudrücken und umzusetzen. Wenn diese Qualitäten jetzt bei Praktiker gefragt sind, sei er durchaus der Richtige, räumen Insider ein. Dem im Juli zurückgetretenen Praktiker-Chef Wolfgang Werner wurde genau dies zum Vorwurf gemacht: keine Visionen zu haben, keine Durchsetzungskraft. Das von ihm zu verantwortende neue Konzept „Praktiker 2013“ greife nicht, kritisierten auch mehrfach Aktionäre. Ein Konzept, das auf ein übersichtlicheres Sortiment mit mehr Eigenmarken setzt. Und wegführen sollte vom Ruf des „Billigheimers“, weil sich bei den Verbrauchern vor allem die Rabattaktionen „20 Prozent auf alles“ eingeprägt hatten, von denen sich Praktiker verabschiedet hat.

Zuletzt schrieb das Unternehmen desaströse Zahlen: einen Rekordverlust von 72 Millionen Euro im zweiten Quartal, was selbst Analysten so nicht erwartet hatten. Zumal gerade das zweite Quartal wegen der beginnenden Garten- und Bausaison für die Baumärkte besonders wichtig ist. Alleine von Januar bis Juni ist bei Praktiker ein operativer Verlust von insgesamt 143,5 Millionen Euro aufgelaufen. Auch die Praktiker-Aktie befindet sich im Keller. Sie lag am Freitag bei 2,54 Euro. Auf den neuen Vorstand warten jede Menge Hausaufgaben.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein