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Neues Kunstwerk aus Holz am Saarbrücker Bahnhof?

Die Fläche hinter dem Saarbrücker Bahnhof will als »Quartier Eurobahnhof« in den Vordergrund rücken.

Die Fläche hinter dem Saarbrücker Bahnhof will als »Quartier Eurobahnhof« in den Vordergrund rücken.

Saarbrücken. Raum für Kunst zu schaffen, kann gehörig schief gehen – das zeigt das Desaster um den so genannten vierten Pavillon, den Neubau einer Galerie der Gegenwart am Saarlandmuseum. Aber auch Kunst im öffentlichen Raum – also im Freien – aufzustellen, kann seine Tücken haben. Das zeigen zwei Projekte, die die Stadtverwaltung vorantreibt: Auf dem Rabbiner-Rülf- Platz auf der St. Johanner Seite der Wilhelm-Heinrich-Brücke soll Kunst entstehen, wo heute noch Taxis auf Kundschaft warten. Und zwischen dem Kulturzentrum hinter dem Eurobahnhof (KuBa) und dem Lützelbachtunnel solle eine zehn Meter lange, vier Meter breite und vier Meter hohe Holzskulptur aufgebaut werden.

Der Künstler Martin Steinert soll für die Skulptur aus 500 Lärchenholzlatten, die von wildem Wein überwuchert werden soll, rund 20 000 Euro bekommen. Dafür pflege er die Skulptur auch drei Jahre lang, versicherte Steinert im Kulturausschuss des Stadtrats. Und löste damit zumindest bei einigen Politikern Bedenken aus. Was denn nach drei Jahren sei, wollte etwa die CDU-Stadtverordnete Elke Masurek wissen? „Bei jedem Kunstwerk fallen Unterhaltungskosten an“, nicht nur bei solchen, deren äußere Hülle wächst, hielt ihr Kulturdezernent Erik Schrader entgegen. Da müsse sich die Stadt dann drum kümmern. Oder die Politiker selbst, schlug der Vorsitzende der SPDStadtratsfraktion, Peter Bauer vor. Jede Stadtratsfraktion könne ja ein Jahr Pflege des wilden Weins übernehmen.



„Ein kritischer Punkt“, sagt Monika Schrickel, die Landesvorsitzende des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), sei die Sicherheit einer solchen Skulptur. Sie müsse nicht nur Schneemassen standhalten, sondern auch Kindern und Jugendlichen, die – ob man das wolle oder nicht – darauf herumklettern. Die Statik sei professionell berechnet, versicherte Martin Steinert. Die Absicherung sei wichtig, sagte Peter Bauer, aber man solle „nicht überdehnen, was die Bombensicherheit solcher Objekte angeht“, riet er.

Die Stadt werde „schon aus haftungspflichtiger Sicht“ im Vertrag mit dem Künstler alles regeln, was notwendig ist, versicherte Schrader. Aber er wisse auch: „Ein Restrisiko haben wir bei jeder Kunst, die im öffentlichen Raum steht.“ Das wird wohl auch für die Kunst gelten, die auf dem Rabbiner- Rülf-Platz stehen soll. Was dort steht ist offen. Im kommenden Jahr solle ein Künstler-Wettbewerb ausgeschrieben werden. Die Kunst auf dem neuen Platz konkurriert dann mit Bäumen, die dort ebenfalls stehen sollen. Ob es dort mehr Kunst oder mehr Bäume geben soll, entscheide der Stadtrat, sagte Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Das Verfahren sei sauber vorbereitet. Da soll diesmal nichts schiefgehen.

AUF EINEN BLICK

Welchen Raum bekommt Kunst bei Stadtmitte am Fluss? Darüber diskutieren am 22. November, 19 Uhr, im Künstlerhaus, Karlstraße, der Architekturkritiker Dieter Bartetzko, der Kunstkritiker Florian Matzner, Werner Schaub (Bundesverband BildenderKünstler) sowie Georg Winter (Saarbrücker Kunstkommission). red

© WhatsBroadcast
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