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Neues Notdienst-System: Nachteile für Patienten im Saarpfalz- Kreis?

Hagenthau gestand offen ein, dass die angestrebte Lösung einer zentralen Notfall-Praxis, möglicherweise angesiedelt am Homburger Universitätsklinikum, für mobile Patienten einen Vorteil bringe. Ganz anders sehe dies aber bei Patienten aus, die einen Hausbesuch benötigten. „Hier kann es nun natürlich aufgrund der weiteren Wege mitunter zu deutlich längeren Wartezeiten kommen.“

So sei „eine Schlechterstellung der Homburger Patienten“ zu erwarten, komme es zur angekündigten Neustrukturierung des Notfalldienstes. Für Dr. Joachim Meiser, Vorstand der KVS, allerdings gestaltet sich die Situation völlig anders. So begründete er die nun in der Frühplanung befindliche Neustrukturierung des Notfalldienstes in Homburg und im Saarpfalz-Kreis mit der demographischen Entwicklung.

Gerade in den ländlichen Bereichen des Kreises gebe es zunehmend weniger Arztpraxen. Dies führe zu einer zeitlichen Ungleichverteilung bei den Notdiensten. Für das geplante neue System mit einer zentralen Notdienst-Praxis, „deren Konzept schon in 90 Prozent des Saarlandes eingeführt ist“, sprechen für Meiser deutliche Vorteile. So erwarte er eine qualitativ verbesserte Notdienst-Versorgung, gebe es im neuen System doch einen Arzt in der zentralen Praxis und einen weiteren, der mit den Hausbesuchen betraut sei.

Zum anderen bleibe der Standort der Notdienst-Praxis immer gleich. Und: Werde die zentrale Notdienst-Praxis, wie angestrebt, am Homburger Universitätsklinikum eingerichtet, stünde unmittelbar eine erweiterte Diagnostik und auch eine Notfallaufnahme zur Verfügung. Einzig gegen die neue Lösung spreche in der Tat der Umstand, dass sich die bislang „sehr komfortable Situation der Homburger Ärzte in Sachen Dienstbelastung“ verschlechtere.

Meiser machte auch klar, dass man als Kassenärztliche Vereinigung nun den Positionsaustausch suche. So gebe es in der kommenden Woche erste Gespräche mit den betroffenen Ärzten. „Und wenn es da Ideen gibt, dann werden wir natürlich versuchen, diese ins Konzept einzubauen“, so Meiser.

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