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Neunkirchen: Jüngere erhalten Geld beim Kauf älterer Häuser

Neunkirchen. 309 der 12 576 Wohngebäude in der Gesamtstadt Neunkirchen stehen derzeit leer. Und in 1624 Häusern leben ausschließlich Personen, die älter als 70 Jahre sind. Wobei in 840 dieser Häuser nur noch eine Person dieses Alters wohnt. Das lässt die Prognose zu, dass in absehbarer Zeit etwa 15 Prozent der Neunkircher Wohngebäude auf dem Immobilienmarkt zum Verkauf stehen. Dabei handelt es sich überwiegend um ältere Häuser, was die Zahl der Leerstände erhöhen dürfte.

Im Rathaus befasst sich seit längerem eine „Arbeitsgruppe demographische Entwicklung“ mit dieser Entwicklung wie auch mit den Folgen der schrumpfenden Bevölkerungszahl. Immerhin lässt sich aus verschiedenen Prognosen ablesen, dass die Bevölkerung in Neunkirchen bis 2030 um weiter 15 bis 20 Prozent schrumpfen wird (siehe auch Grafik). Es ist davon auszugehen, dass bis dahin die Hälfte der Neunkircher zwischen 20 und 65 Jahre alt seion wird, ein Drittel wird älter als 65 Jahre alt sein.

Zum Gegensteuern soll nun ein Förderprogramm „Alt für Jung“ beitragen, dem der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig seinen Segen gab. Es besagt, dass junge Paare oder Alleinerziehende, die in Neunkirchen alte Häuser erwerben mit einem städtischen Zuschuss unterstützt werden. Wobei die Jugend der Käufer – zumindest von einem von ihnen – mit „unter 35 Jahren“ definiert wird und das Alter der gekauften Immobilie mit „mindestens 25 Jahre“. Das Handelsobjekt muss mindestens seit einem Jahr leer stehen. Die Käufer dürfen bisher noch kein Haus in Neunkirchen besitzen und müssen wenigstens fünf Jahre selbst in dem von ihnen erworbenen Eigentum wohnen bleiben.

50 000 Euro sind für diese Kaufanreize für 2012 im Neunkircher Haushalt vorgesehen. Wobei Paaren oder Alleinerziehenden, die im Falle eines Hauskaufs einen Antrag beim Stadtbauamt stellen, jeweils 5000 Euro aus der Stadtkasse winken. Dazu kommen 1000 Euro für jedes Kind bis zu einem maximalen Gesamtzuschuss von 8000 Euro.

„Dieses Programm ist Teil eines Maßnahmepaketes, um die demographische Entwicklung positiv zu beeinflussen“, stellte Oberbürgermeister Jürgen Fried fest. Damit wolle man jungen Paaren und Familien aus Neunkirchen die Entscheidung, in der Stadt zu bleiben, erleichtern und für Auswärtige Anreize schaffen, nach Neunkirchen zu ziehen, heißt es in den „Richtlinien zur Förderung des Erwerbs von Altbauten durch junge Paare und Familien“. Damit hofft man, den Abwanderungs- und Überalterungsprozess zu verlangsamen und den Langzeit-Leerständen mit all ihren negativen Begleitumständen gegenzusteuern.
© WhatsBroadcast
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