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Neunkircher Beratungsstelle Die Brigg kümmert sich um Spielsüchtige

Die Zuckertütchen sind Teil einer Kampagne, mit der Die Brigg großflächig auf ihre Angebote im Bereich Prävention, Beratung und Behandlung bei pathologischer Glücksspielsucht hinweist. Denn der nicht zu übersehende Spielhallenboom, der 2012 dem Saarland einen Spitzenplatz unter allen Bundesländern beschert hat, hat erschreckende Folgen für viele Menschen. 450 Personen zeigen allein im Landkreis Neunkirchen pathologisches Spielverhalten, das Spielverhalten von 470 Personen ist als problematisch einzustufen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. „Durch die neue Generation von Spielautomaten, die dem Spieler eine Einflussmöglichkeit suggerieren, ist das Suchtpotenzial noch höher als früher“, berichtet Dr. Horst Arend. Der Fachdienstleiter der Caritas erklärt, dass man heutzutage bis zu 1300 Euro in der Stunde verspielen könne.

Dadurch sei die Verschuldung eines Spielsüchtigen oft sogar höher als bei einem Heroinabhängigen. Gelegenheit macht Süchtige, deshalb hat die Kreisstadt Neunkirchen die Spielhallenflut mit Hilfe eines Vergnügungsstättenkonzepts eingedämmt. 2010 habe die Stadt intensiv mit Gegenmaßnahmen begonnen, sagt Oberbürgermeister Jürgen Fried. In empfindlichen Bereichen wie zum Beispiel große Teile der Innenstadt dürfen keine neuen Spielhallen mehr angesiedelt werden. Außerdem habe man sich um ein saarländisches Spielhallengesetz bemüht, das am 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist.

Gesetz hat geholfen

„Hier ist der Gesetzgeber erneut gefordert“, sagt Fried, der die „überfällige Novellierung der Spielverordnung durch den Bund“ anmahnt. Die Stadt Neunkirchen sieht der Oberbürgermeister mit ihren bisherigen Bemühungen auf dem richtigen Weg. Nur durch eine Verringerung des Angebots könne erfolgreich und nachhaltig Suchtprävention betrieben werden. Überaus wichtig sei deshalb die Arbeit der Caritas, die die Suchtbetroffenen nicht alleine lasse. Und um möglichst niedrigschwellig und doch auf einprägsame Weise auf das eher verborgene Problem der Glücksspielsucht aufmerksam zu machen, wurden 276 000 „Zo(u)ckertüten“ produziert, die an Kooperationspartner verteilt werden. Über die Tütchen komme man über das Problem ins Gespräch und könne darüber diskutieren, begründet Caritas-Geschäftsführer Michael Schütz die ungewöhnliche Aktion. „Mit der Stadt Neunkirchen haben wir einen kompetenten Partner.

Wir hoffen aber auf weitere Partner auch aus der Wirtschaft oder anderen Zweigen des gesellschaftlichen Lebens.“

AUF EINEN BLICK

Die Suchtberatungsstelle Die Brigg des Caritasverbandes Schaumberg- Blies bietet bei problematischem/ pathologischem Spielen vielfältige Möglichkeiten der Beratung, auch von Angehörigen und Bezugspersonen bis zur Nachsorge nach einer abgeschlossenen stationären Therapie, wie sie in der Suchtklinik Münchwies möglich ist.

Ansprechpartner für die neue Kampagne „Für Zocker“ ist Berater Mathias Lindau, Telefon (06821) 92 09 40.

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