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Notaufnahme für Igel und Co.

Nachrichten aus dem Raum Völklingen

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Naßweiler. Ein paar steile Treppen führen hinunter in einen freundlich eingerichteten Kellerraum. An der Wand entlang stehen Kleintierkäfige in allen Farben, die mit Zeitungen ausgelegt sind. Darin Häuschen gefüllt mit Stroh. Auf den ersten Blick scheinen alle Käfige leer zu sein. Kein Wunder, denn die Bewohner rollen sich tagsüber in ihrem Häuschen zum Schlafen zusammen. Aber da streckt im blauen Käfig doch ein neugieriger Igel seine Schnauze aus dem Heu. Im Moment ist der erst ungefähr sechs Monate alte Igel allein im Kellerraum. Aber Christina Maas von der Tierhilfe Haus der Hoffnung e.V. aus Naßweiler hat sich schon auf weitere Tiere eingerichtet. Sieben aktive Mitglieder Der Verein für Tierhilfe gründete sich letztes Jahr und dennoch sind sie schon weit über Großrosseln bekannt. Von Saarbrücken über Völklingen bis nach Saarlouis bekommen sie ständig neue Hunde, Katzen, Vögel und Igel. „Wir sind ein kleiner Verein mit sieben aktiven Mitgliedern und zwei Pflegestellen, da muss man sich auf einen Schwerpunkt spezialisieren“ erzählt Maas. In Naßweiler, nur zwei Straßen von Frankreich entfernt und mit vielen großen Feldern, gibt es vor allem Probleme mit Wildund Fundtieren. „Wir nehmen die Tiere an, die sonst keiner nimmt“ sagt Maas und verweist auf kleine Mäuse, die sie auch schon in ihre Obhut genommen hat „wir haben immer Platz für so etwas“. Die Igel, die zu ihnen kommen, werden dann medizinisch versorgt und erstmal wieder aufgepäppelt. „In unserem Keller sind konstant um die 12 Grad, damit die Igel nicht in den Winterschlaf fallen, denn viele Igel die zu uns kommen sind noch zu klein und würden aus dem Winterschlaf nicht mehr aufwachen.„ meint die Vorsitzende des Vereins.

Sobald die stachligen Gesellen dann ausreichend Futter angesetzt haben, setzt Maas sie in den Feldern von Naßweiler wieder aus. Der Verein will aber nicht nur die Tiere aufnehmen und selbst wieder gesund pflegen, sondern auch Menschen beraten und telefonisch helfen, die einen verletzten oder abgemagerten Igel gefunden haben. „Die Leute wollen den Igel meistens helfen, wissen aber oft nicht wie“ erklärt Maas „die weit verbreitete Meinung mit Milch und Katzentrockenfutter zu füttern ist falsch!". Parasiten sind gfährlich Maas verwöhnt ihre stachligen Gäste mit gekochtem Ei, Rührei oder gebratenem Hackfleisch, natürlich alles ungewürzt.

Generell gilt: wenn ein Igel tagsüber unterwegs ist, stimmt etwas nicht. Wenn jemand einen Igel findet, sollte man ihn als erstes auf Parasiten untersuchen und gegebenenfalls Zecken entfernen. Dann ist es auch noch wichtig, die Tiere zu vermessen und wiegen, „wiegt ein junger Igel unter 500 Gramm oder ein ausgewachsener Igel unter 700 Gramm, brauch dieser auf jeden Fall Hilfe“, erklärt die Tierschützerin. Verletzte Igel sind eher selten, denn „das sind schon normalerweise sehr robuste Tiere“, sagt Maas weiter. Aufklärungsarbeit leisten die Tierschützer auch schon bei Kindern in Schulen und Kindergärten und stellen ihre Arbeit vor. Bisher haben es noch alle Igel geschafft, die zu Gast bei Familie Maas waren. „Das zeigt, dass Sinn macht, was wir machen!“, resümiert Maas.

AUF EINEN BLICK

Wer Hilfe im Umgang mit Tieren braucht oder einfach mal einen kleinen Igel aus der Nähe sehen will, kann sich mit Christina Maas telefonisch unter (0 68 09) 70 28 58 in Verbindung setzen. Weitere Infos gibt es auch unter www.hausder- hoffnung.org. nad

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