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Notschlafstelle Malstatt: Hier kommen die unter, die nichts mehr haben

Auch 2009 hat das Team der Notschlafstelle Hunderten geholfen. 511 Übernachtungen, 1189 Waschmaschinenfüllungen 12 911 Mahlzeiten und 44 Wohnungsvermittlungen hat Einrichtungsleiter Marc Oliver Bungert registriert. Er kümmert sich gemeinsam mit Herbergsvater Karl-Heinz Dorscheid, Jürgen Jung und weiteren Helfern um alles, was in der Sozialeinrichtung anfällt.

Die Notschlafstelle bietet aber nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch direkte Hilfe in Notlagen. Sie ist für viele die Postadresse, ohne die sie kein Geld von Behörden bekämen. 211 Menschen haben 2009 von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. „Menschen ohne festen Wohnsitz können nur so etwa ihre Leistungsansprüche gegenüber Behörden geltend machen. Die Postmeldung ist in vielen Fällen auch der erste Schritt zurück in die Gesellschaft“, erläutert Bungert. Weil Banken nach der Erfahrung des Helferteams entgegen ihrer Selbstverpflichtung noch nicht jedem ein Guthabenkonto gewähren, wickelt die Notschlafstelle auch Scheckverkehre für Klienten ab und führt Verwahrgeldkonten.

Die Notschlafstelle sei auch Anlaufstation für viele, die sich an den Rand gedrängt fühlen, sich im Zuge der Wirtschaftskrise vermehrt als „Überflüssige“, „Ausgeschlossene“ oder gar „Unsichtbare“ empfinden, wie Bungert sagt. „Das wird sich langfristig auch auf unseren Zusammenhalt auswirken“, sagt der Sozialarbeiter voraus.

Umso wichtiger sei es, die Notschlafstelle als Ort anzubieten, „an dem sie erst einmal ankommen können, man ihnen Gehör schenkt und sie anerkennt“.

Die Saarbrücker Notschlafstelle ist 365 Tage im Jahr erreichbar. Tagsüber steht die Tür allen Hilfesuchenden offen. Nur nachts muss klingeln, wer eingelassen werden möchte.

Der Awo-Landesvorsitzende Paul Quirin, dem die Einrichtung seit Jahren ein Herzensanliegen ist, weist ausdrücklich darauf hin, dass es täglich ein kostenloses warmes Mittagessen gibt. red

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